Bilaterale Beziehungen Schweiz–Timor-Leste

Die politischen und wirtschaftlichen Kontakte zwischen den beiden Ländern sind bescheiden. Die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz finanziert einzelne kleine Projekte. Ausserdem entsandte die Schweiz Wahlbeobachter für die Parlamentswahlen von 2007, 2012 und 2017.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweizer Botschaft in Jakarta, Indonesien, erbringt die diplomatischen und konsularischen Dienstleistungen für Timor-Leste. Die Schweiz pflegt seit 2002 diplomatische Beziehungen mit dem Land.

Bilaterale Treffen zwischen der Schweiz und Timor-Leste sind selten. Wenn sich entsprechende Möglichkeiten ergeben, führt die Schweiz punktuelle Kleinaktionen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit durch.

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Regierung von Timor-Leste (en)

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die beiden Länder haben vor allem im Rahmen von Entwicklungsprojekten zusammengearbeitet. Nach den blutigen Auseinandersetzungen von 1999 unterstützte der Bund das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR), das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und den Radiosender der Stiftung Hirondelle.

Zudem unterstützte die Schweiz während mehrerer Jahre punktuelle Kleinaktionen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Zur Unterstützung der DEZA-Projekte in Südostasien und im Pazifik und zur raschen Intervention bei Naturkatastrophen in diesen Regionen sind seit 2013 zwei Experten für Katastrophenvorsorge und ‑management in Bangkok stationiert. Diese unterstützen zudem die ASEAN bei der Stärkung deren Kapazitäten im Bereich der Katastrophenvorsorge und der Krisenreaktion.

Schweizerinnen und Schweizer in Timor-Leste

Ende 2017 lebten neun Schweizerinnen und Schweizer in Timor-Leste.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Nach der 450-jährigen Kolonialherrschaft durch Portugal und einem kurzen Bürgerkrieg wurde Timor-Leste 1975 nach der Unabhängigkeitserklärung von Indonesien annektiert.

1999 kam das Land nach blutigen Auseinandersetzungen unter eine Übergangsverwaltung der UNO (UNTAET und UNMIT). Die Schweiz leistete umfangreiche Unterstützung für die Opfer und beteiligte sich finanziell an der Friedenstruppe der UNO.

Die diplomatischen Beziehungen wurden 2002 anlässlich der 57. UNO-Generalversammlung in New York formalisiert, als Bundesrat Joseph Deiss und der damalige Aussenminister José Ramos Horta ein «Joint Communiqué» unterzeichneten.

Die Schweiz beteiligte sich mit je zwei Wahlbeobachtern an den Wahlbeobachtungsmissionen der Europäischen Union (EU) für die Präsidentschafts- und die Parlamentswahlen 2007 und stellte einen Beobachter für die Wahlen im 2012. Auch 2017 nahm die Schweiz als Beobachterin an den Parlamentswahlen vom Juli 2017 teil.