Interview mit Stéphanie Labité, Leiterin des Swiss Business Hub Südliches Afrika

Stéphanie Labité trat nach fast zwei Jahrzehnten Tätigkeit in der strategischen Geschäftsentwicklung in die Karriere KBF des EDA ein. Aktuell leitet sie den Swiss Business Hub Südliches Afrika, der für das südliche und östliche Afrika zuständig ist. Wir haben mit ihr über ihre beruflichen Erfahrungen in der Karriere KBF gesprochen.

08.05.2024
EDA
Porträt von Stéphanie Labité

Stéphanie Labité, Leiterin Swiss Business Hub Südliches Afrika. © EDA

Die versetzbare Karriere «Konsularisches, Betriebsführung und Finanzen» (KBF) im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) umfasst drei fachliche Schwerpunkte: Betriebsführung, konsularische Dienstleistungen und Finanzen in der internationalen Zusammenarbeit. Die Mitarbeitenden dieser Karriere sind in den Auslandvertretungen des EDA im Einsatz und übernehmen Aufgaben wie Budgetverantwortung und -kontrolle, Personalführung, Sicherheitsmanagement und Krisenbewältigung. Je nach Einsatzort und internationalem Kontext können diese Mitarbeitenden ein breites Aufgabenspektrum in unterschiedlichen Bereichen abdecken, von der Personalabteilung bis zur Unternehmensorganisation. 

Bitte stellen Sie sich und Ihren Werdegang, der Sie zum EDA geführt hat, kurz vor.

Vielen Dank für die Gelegenheit, meine persönlichen Erfahrungen in der Karriere «Konsularisches, Betriebsführung und Finanzen» im EDA zu schildern. Ich heisse Stéphanie Labité und leite aktuell den Swiss Business Southern Africa (SBHSA). Mein beruflicher Werdegang ist sehr vielfältig. Ich war in ganz unterschiedlichen Bereichen wie Bauwesen, Fertigung, Konsumgüter und Dienstleistungen tätig. Ein wesentlicher Teil meiner beruflichen Erfahrung betrifft die Begleitung umfassender organisatorischer Veränderungen, wie z. B. die Umstrukturierung des Vertriebs und die Einführung von ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning).

Als Präsidentin der Europäischen Handelskammer (EuroCham) in Benin hatte ich auch weitergehende Führungsaufgaben. Ich wurde von Vertreterinnen und Vertretern von 40 europäischen Unternehmen ernannt. Meine Aufgabe war es, durch die Wahrnehmung politischer Interessen und die Erschliessung von Geschäftsmöglichkeiten zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit beizutragen.

Meine Kenntnisse des globalen Unternehmertums habe ich im Rahmen eines gemeinsamen Executive-MBA-Programms der Wirtschaftshochschule INSEAD und der Tsinghua-Universität in China vertieft. Ausserdem bin ich zertifizierte Project Management Professional (PMP).

Warum haben Sie sich für das EDA entschieden und nicht für eine andere öffentliche oder private Organisation?

Mehrere Aspekte haben mich gereizt, eine Tätigkeit im EDA zu übernehmen. Während meiner Zeit als Präsidentin der EuroCham in Benin hatte ich das Privileg, eng mit der EU-Delegation, den Botschaften aller Mitgliedstaaten und dem Schweizer Kooperationsbüro zusammenzuarbeiten. Meine Rolle war im Wesentlichen jene einer Brückenbauerin zwischen dem Privatsektor einerseits und staatlichen Stellen und der Diplomatie andererseits, was auch meinen heutigen Aufgaben als Leiterin des Swiss Business Hub entspricht.

Weitere Beweggründe, im EDA zu arbeiten, waren die sich stets wandelnde Welt und die damit einhergehenden komplexen Herausforderungen in Verbindung mit meinem Wunsch, einen Beitrag zur internationalen Rolle der Schweiz zu leisten. Mit dem proaktiven und strategischen Ansatz des EDA in der internationalen Zusammenarbeit bot sich mir die einzigartige Gelegenheit, zur Stärkung der Position der Schweiz in der Welt beitragen zu können.

Schliesslich konnte ich seit meiner Kindheit und während meiner gesamten beruflichen Laufbahn immer wieder in verschiedene Kontexte eintauchen. Diese Erfahrungen machten mich zu einem sogenannten Drittkulturkind, und doch habe ich die pragmatische und bodenständige Schweizer Art, Geschäfte zu machen, verinnerlicht. Aus all diesen Gründen habe ich mich entschieden, mich für den Concours der Karriere «Konsularisches, Betriebsführung und Finanzen (KBF)» zu bewerben.

Können Sie uns mehr zu Ihren aktuellen Aufgaben im EDA sagen?

Als Leiterin des SBHSA bin ich in erster Linie für die Exportförderung für Schweizer KMU in den dynamischen afrikanischen Märkten des südlichen und östlichen Afrikas zuständig. Neben der Unterstützung von Schweizer Unternehmen bei der Erschliessung afrikanischer Märkte geht es aber auch um die Beratung afrikanischer Unternehmen beim Aufbau ihrer Präsenz in der Schweiz.

Wir begleiten ausserdem umfassende Infrastrukturprojekte in Subsahara-Afrika, bei denen wir Schweizer Fachwissen und Finanzierungsmöglichkeiten einbringen. Innovation und Zusammenarbeit stehen stets im Fokus der Arbeit des SBHSA. Zum Beispiel tragen wir mit Veranstaltungen wie «EFTA-Connect: Swiss-Norwegian Cleantech Dynamics», «Green Hydrogen Business Breakfast», «Fintech Synergies Across Borders» und unsere kollaborative DACH-Initiative aktiv zur Förderung der Nachhaltigkeit bei und schaffen Synergien, um innovative Ansätze in Bereichen wie Cleantech, Wasserstoff und Blockchain voranzutreiben.

Nennen Sie drei positive und drei herausfordernde Aspekte Ihrer Arbeit.

An meiner Arbeit gefällt mir besonders, dass sie sehr international ausgerichtet ist und dass ich in ganz Afrika in regem Kontakt mit dem Privatsektor stehe. Ich kann meine sprachlichen Fähigkeiten einsetzen und an der panafrikanischen Dynamik mitwirken. Ausserdem kann ich mein berufliches Netzwerk zum Nutzen der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Afrika einsetzen. Es ist extrem befriedigend, aktiv dazu beizutragen und die Fortschritte zu sehen.

Bei meiner Arbeit gibt es aber auch einige Herausforderungen, wie zum Beispiel die Komplexität der internationalen Diplomatie und der Umgang mit länderspezifischen und regionalen Problemen wie Wasser- und Stromknappheit oder Sicherheitsbedenken. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (insbesondere mit Kindern) kann auch aufgrund des hohen Arbeitseinsatzes und der häufigen Reisen manchmal schwierig sein.

Was macht Ihre Arbeit beim EDA sinnvoll?

Ich unterstütze sowohl schweizerische als auch afrikanische Unternehmen, was per se schon eine sinnvolle Arbeit ist. Dabei geht es aber nicht nur um die Förderung wirtschaftlicher Beziehungen, sondern auch darum, eine Brücke für Innovation und kulturellen Austausch zu bauen, wovon beide Seiten profitieren.

Warum würden Sie andere Fach- und Führungskräfte ermutigen, sich für den Concours der Karriere «Konsularisches, Betriebsführung und Finanzen» zu bewerben?

Die Karriere «Konsularisches, Betriebsführung und Finanzen» bietet eine Vielzahl von beruflichen Möglichkeiten, von Führungs- und Organisationsaufgaben bis Betriebsmanagement und Krisenbewältigung. Wer in der Welt aktiv etwas bewirken will und offen für Neues ist, findet im EDA einzigartige Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und persönlichen Entfaltung, insbesondere in einer KBF-Funktion.

Interessieren Sie sich für die versetzbare Karriere «Konsularisches, Betriebsführung und Finanzen» (KBF)? In diesem Jahr nimmt das EDA vom 27. Mai bis zum 17. Juni 2024 Bewerbungen entgegen. Besuchen Sie unsere Website oder schreiben Sie an concours@eda.admin.ch, um mehr über das Bewerbungsverfahren für den jährlichen Concours zu erfahren. 

Zum Anfang