Bilaterale Beziehungen Schweiz–Kroatien

Das sehr gute Verhältnis zwischen den beiden Ländern gründet im Engagement der Schweiz für die humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau während und nach dem Krieg in Kroatien. Das Land ist der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz in Südosteuropa. Kroatien ist bei Schweizerinnen und Schweizern als Ferienziel beliebt. Zudem lebt eine bedeutende kroatische Diaspora in der Schweiz.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Anzahl offizieller Besuche auf hohem Niveau sowie die unterzeichneten Abkommen zeugen von einer stetigen Intensivierung der politischen Beziehungen. Seit 2006 besteht zudem ein regelmässiger Austausch zwischen den Parlamenten.

Mit dem EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juni 2013 wurden die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU automatisch auf Kroatien ausgeweitet, mit Ausnahme des Freizügigkeitsabkommens (FZA). Die Schweiz ratifizierte das Protokoll zur Erweiterung des FZA auf Kroatien (Protokoll III) am 16. Dezember 2016. Seit seinem Inkrafttreten am 1. Januar 2017 gilt die volle Personenfreizügigkeit. Im Rahmen des im Protokoll III vorgesehenen Übergangsregimes kann die Schweiz ihre arbeitsmarktlichen Beschränkungen bis Ende 2021 aufrechterhalten.

Datenbank Staatsverträge

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Kroatien ist zwar der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz in Südosteuropa, aber das Handelsvolumen bleibt auf relativ begrenztem Niveau. Das bilaterale Aussenhandelsvolumen nahm 2018 dennoch stark zu und betrug 499,6 Millionen CHF. Das Wachstum der Importe aus Kroatien war dabei jedoch wesentlich stärker als jenes der Schweizer Exporte. Die Schweiz exportiert in erster Linie pharmazeutische Produkte, sowie Maschinen und importiert hauptsächlich Maschinen, Metallprodukte, Holz und Textilien. Mehr als 60 Schweizer Firmen sind in Kroatien tätig.

Die beiden Länder sind bereits seit mehreren Jahren durch ein Freihandelsabkommen der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) mit Kroatien miteinander verbunden. Die meisten Verträge wurden nach dem EU-Beitritt Kroatiens durch die bilateralen Abkommen der Schweiz mit der EU abgelöst.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise, SGE

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Forschende und Kunstschaffende aus Kroatien können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um ein Exzellenzstipendium des Bundes bewerben.

Im Rahmen des Erweiterungsbeitrags der Schweiz an Kroatien unterstützt die Schweiz Kroatien u.a. bei der Modernisierung einer dualen Berufsbildung. Das Berufsbildungsprojekt verfügt über ein Gesamtbudget von rund 2 Millionen CHF. Des Weiteren wird die Zusammenarbeit von schweizerischen und kroatischen Universitäten und akademischen Institutionen bei Forschungsprojekten gefördert im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften.  

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Schweizer Erweiterungsbeitrag

Als Mitglied der EU gehört Kroatien zu den Empfängerstaaten des Schweizer Beitrags zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten EU. Der Schweizer Beitrag an Kroatien beträgt 45 Millionen Franken und umfasst 12 Projekte. Am 30. Juni 2015 haben die Schweiz und Kroatien das bilaterale Rahmenabkommen unterzeichnet und alle Projekte wurden 2017 genehmigt. Ein Projekt wurde bereits beendet, die anderen sollen bis Ende 2024 abgeschlossen werden.

Kroatien – Partnerland des Schweizer Erweiterungsbeitrags

Kulturaustausch

Sowohl die Schweizer Botschaft in Zagreb als auch die Kulturstiftung Pro Helvetia setzen sich aktiv für den kulturellen Austausch zwischen der Schweiz und Kroatien ein. Zunehmend geschieht dieser Austausch in privatem Rahmen.

Schweizerinnen und Schweizer in Kroatien

Ende 2018 lebten 1310 Schweizerinnen und Schweizer in Kroatien.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Seit 1920 besteht ein Generalkonsulat in Zagreb. Es diente zuerst als Schweizerische Vertretung im Jugoslawischen Königreich und später in der ehemaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien.

Am 8. Oktober 1991 erklärte sich die ehemalige Teilrepublik Kroatien für unabhängig; die Schweiz anerkannte Kroatien im Januar 1992 als souveränen Staat. Im selben Jahr eröffnete die Schweiz als eines der ersten Länder in Zagreb eine Botschaft. Seit 1995 besteht die kroatische Botschaft in Bern sowie ein Generalkonsulat in Zürich und ein Konsulat in Lugano.

Kroatien, Historisches Lexikon der Schweiz