Gültig am:
Publiziert am: 05.07.2019

Diese Reisehinweise sind durch ein Kapitel spezifische regionale Risiken ergänzt worden: Von Reisen nördlich der Stadt Tandjouaré wird abgeraten.


Reisehinweise für Togo

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Im ganzen Land muss mit Demonstrationen gerechnet werden. Gewaltsame Ausschreitungen sowie Zusammenstösse zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften kommen vor. So sind bei Demonstrationen in Sokodé am 19. August 2017 mehrere Personen getötet oder verletzt worden.
Seit Mitte Oktober 2017 haben die sozialen Spannungen und Ausschreitungen weiter zugenommen und haben erneut Verletzte und Todesopfer gefordert. In Lomé und Sokodé haben Demonstranten zum Beispiel Reifen in Brand gesteckt und Strassenbarrikaden errichtet. Eine weitere Verschlechterung der Lage kann nicht ausgeschlossen werden.

Mit dem wachsenden Einfluss und den zunehmenden Aktivitäten der Boko Haram in Nigeria und anderen terroristischen Gruppierungen in der Sahelzone und den umliegenden Gebieten hat sich das Entführungs- und Anschlagsrisiko auch in Togo erhöht.
Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die Entwicklung der Lage. Meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren). Lassen Sie grosse Vorsicht walten.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Nördliche Landesteile: In Burkina Faso sind bewaffnete Banden und Terroristen aktiv. Im Februar 2019 wurden bei einem Überfall auf einen burkinischen Grenzposten an der burkinisch-togolesischen Grenze mehrere Personen getötet, darunter ein spanischer Priester. Auch auf der togolesischen Seite der Grenze besteht ein erhöhtes Risiko von Attentaten und Entführungen.
Informieren Sie sich vor und während Reisen in die Provinzen Kara und Savanes bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage. Lassen Sie sich von einer lokalen Vertrauensperson begleiten und seien Sie äusserst vorsichtig. Von Reisen nördlich der Stadt Tandjouaré wird abgeraten.

Kriminalität

Die Kriminalität nimmt vor allem in der Hauptstadt Lomé zu. Bei Einbrüchen, Überfällen, Taschen-, Entreiss- und Autodiebstählen wird immer häufiger Gewalt angewendet. Auch Entführungen zwecks Lösegelderpressung kommen vor. Unter anderem werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Unternehmen Sie Exkursionen und Spaziergänge in Gruppen und verzichten Sie nachts ganz darauf.
  • Lassen Sie an den Stränden besondere Vorsicht walten, und gehen Sie nicht alleine hin.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Ihre Dokumente im Hotelsafe. Tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses (einschliesslich der Seite mit dem Visum) auf sich, denn Polizeikontrollen sind häufig.
  • Hüten Sie sich vor Taschendiebstählen, insbesondere bei grossen Menschenansammlungen, an öffentlichen Plätzen und Märkten.
  • Halten Sie die Autotüren verriegelt und die Fenster geschlossen.
  • Häufig täuschen Kriminelle Staus und Unfälle vor, um Autos zu stoppen und die Insassen zu berauben. Fahren Sie im Falle eines Unfalles direkt zum nächsten Polizeiposten.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.
  • Frauen sollten nicht alleine reisen.
  • Lassen Sie Fremden gegenüber ein gesundes Misstrauen walten. Geschäftsleuten wird empfohlen, neue Geschäftsbeziehungen vorsichtig anzugehen und durch eine erfahrene, vertrauenswürdige Firma oder Agentur vermitteln zu lassen.
  • Seien Sie vorsichtig mit Kontakten über das Internet. Geben Sie nie Ihre Bankdaten bekannt und überweisen Sie kein Geld an Unbekannte. Es kommt auch vor, dass Kriminelle unter dem Vorwand, eine Freundschaft oder Geschäftsbeziehung anbahnen zu wollen, Personen ins Land locken, diese dann bedrohen oder gar entführen, um Geld zu erpressen.

Es kommt immer wieder zu Betrügereien aus Westafrika, bei denen die Opfer per E-Mail und unter Vorgabe von Gründen aller Art zu Geldzahlungen oder Vorschussleistungen angehalten werden. Häufig stecken Betrüger dahinter, wenn:

  • Sie jemand wegen eines medizinischen oder anderen Notfalles (Raubüberfall, Verhaftung, Problem mit Behörden, Visumproblem etc.) um eine rasche Geldüberweisung bittet;
  • Sie um die Angabe von Bankverbindungen gebeten werden, um Erbschaften und andere Gelder zu überweisen;
  • Sie Angebote erhalten, welche einen hohen Gewinn versprechen;
  • Sie offiziell aussehende Beweisdokumente zugesandt erhalten. Solche sind oftmals gefälscht.

In den togolesischen Gewässern, ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Polizeikontrollen werden im ganzen Land, vor allem ab 18.00 Uhr, durchgeführt. Halten Sie an und weisen Sie Ihren Pass vor. Auch Durchsuchungen des Fahrzeuges sind üblich.
Der Zustand der Strassen ist oft schlecht, und sie sind zum Grossteil nicht asphaltiert. Das Unfallrisiko ist hoch, auch bei Reisen mit Überlandbussen und auf Fahrten mit Motorradtaxis. Streunendes Vieh und unbeleuchtete Fahrzeuge bilden zusätzliche Gefahren. Bei Verkehrsunfällen kann es wegen möglicher Repressalien angezeigt sein, nicht anzuhalten, sondern bis zum nächsten Polizeiposten weiterzufahren. Verzichten Sie auf nächtliche Überlandfahrten.

Es kommt vor, dass die Grenzübergänge kurzfristig vorübergehend geschlossen werden, z.B. um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden oder direkt bei den Grenzposten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit Gefängnisstrafen von 1 bis 20 Jahren geahndet.

Naturbedingte Risiken

Während der Regenzeit sind Überschwemmungen möglich. Beachten Sie die lokalen Wettervorhersagen.

Medizinische Versorgung

Insbesondere ausserhalb von Lomé ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung (Bargeld) bevor sie Patienten behandeln. Eigenes Verbandmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen. Ernsthafte Verletzungen und Erkrankungen müssen ausserhalb des Landes behandelt werden.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 117 (vom Festnetz) oder 161 (vom Mobiltelefon)
Gendarmerie: 172 oder +228 2221 3743
Commissariat Centrale: +228 2221 2871
Notruf Feuerwehr: 118

Togolesische Zollvorschriften: Office Togolais des Recettes

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Akkra, Ghana
Schweizer Generalkonsulat in Lomé

Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.