Internationale Konferenz in der Schweiz für Bildungsforschung zum Holocaust

Bern, Medienmitteilung, 15.02.2016

Am 15. und 16. Februar 2016 findet in Luzern eine internationale Konferenz für Bildungsforschung zum Thema Holocaust statt. Es handelt sich dabei um die erste Tagung, die von der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA) in der Schweiz organisiert wird. Mit der Konferenz soll ein Überblick über die Erkenntnisse aus aktuellen Forschungen zur Holocaust-Vermittlung aus der ganzen Welt gewonnen werden. Rund 150 Personen aus fast 40 Ländern nehmen an der Konferenz teil. Die Schweiz wird 2017 den Vorsitz der IHRA übernehmen.

Die Pädagogische Hochschule Luzern (PHLU) führt am 15. und 16. Februar 2016 eine internationale Konferenz zum Thema Bildungsforschung zum Holocaust durch. Diese Konferenz bildet den Abschluss eines mehrjährigen Projektes der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA).

Unter der Leitung von Monique Eckmann, Professorin an der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) in Genf, hat ein internationales Team Forschungsprojekte zu diesem Thema aus der ganzen Welt in 15 verschiedenen Sprachen gesammelt, gesichtet und verglichen. Auf diese Weise soll ein Überblick über den heutigen Forschungsstand ermöglicht sowie ein interkultureller und internationaler Dialog und Wissenstransfer zum Holocaust angeregt werden. Dies ist notwendiger denn je, weil immer weniger Zeitzeugen in der Lage sind, persönlich über ihre Erfahrungen zu berichten. Zu dieser Frage wird an der Konferenz auch ein Forschungsprojekt mit massgeblicher Schweizer Beteiligung vorgestellt. Prof. Peter Gautschi (PHLU) stellt erste Ergebnisse des Projekts „Shoah im schulischen Alltag – Historisches Lernen mit Video-Interviews von Überlebenden in einer Tablet basierten Lernumgebung“ vor. Hier zeigt sich, dass mit neuen Medien der Umgang mit dem Holocaust in den Schulen substanziell angereichert werden kann.

Die Schweiz wird im Jahre 2017 den Vorsitz der IHRA übernehmen und Botschafter Benno Bättig, Generalsekretär des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA, übernimmt die Funktion als amtierender Vorsitzender der IHRA. In dieser Hinsicht bildet diese internationale Konferenz einen ersten Auftakt. 2017 finden in der Schweiz zudem zwei Plenarsitzungen der IHRA statt, die erste in Genf, die zweite in Bern.

Ziel der IHRA ist es, insbesondere in den 31 Mitgliedstaaten die Forschung und Bildung in Bezug auf den Holocaust zu fördern sowie die Erinnerung an die Opfer durch Gedenkfeiern und -stätten wachzuhalten. Zu den institutionellen Partnern dieser zwischenstaatlichen Organisation gehören die UNO, der Europarat, das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE und die UNESCO.
Die Schweiz ist sehr aktiv in den Kernbereichen der IHRA. 2003 entschied die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, den 27. Januar, den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, als Holocaust-Gedenktag an Schweizer Schulen zu begehen. Ausserdem hat das EDA im vergangenen Jahr die Veröffentlichung von noch nicht herausgegebenen Zeitzeugnissen von Holocaust-Überlebenden unterstützt.

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peter.gautschi@phlu.ch

IHRA
Monique Eckmann
Tel.: +41 22 343 78 54
monique.eckmann@hesge.ch


Weiterführende Informationen

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Informationen zur IHRA und Schweizer Vorsitz 2017 (en)


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