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Medienmitteilung, 23.01.2018

Aufklärung und Unterricht über die Schoah in der Schule standen im Zentrum der Internationalen Studientage über Bildung an der Pädagogischen Hochschule des Kantons Waadt in Lausanne. An der zweitägigen Konferenz, welche die Schweiz im Rahmen ihres Vorsitzes der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) mit der Hochschule organisiert hat, standen Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte aus dem Schulbetrieb im Zentrum. Die IHRA hat zum Ziel, die Forschung und Bildung in Bezug auf den Holocaust zu fördern sowie die Erinnerung an die Opfer durch Gedenkfeiern und -stätten wachzuhalten.

An der Konferenz standen Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte aus dem Schulbetrieb im Zentrum.
An der Konferenz standen Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte aus dem Schulbetrieb im Zentrum. © HEP Vaud

Welche Erfahrungen mit dem Thema Holocaust haben Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht gemacht? Welche Anregungen können sie geben, wie dieses schwierige Thema angemessen vermittelt werden kann? Die Antworten können je nach dem nationalen Kontext, aufgrund der eigenen Geschichte und der Beziehung jedes einzelnen Landes zur Vergangenheit, unterschiedlich ausfallen. Ein Ziel der Internationalen Studientage über Bildung an der Pädagogischen Hochschule in Lausanne war deshalb, Handlungsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer aufzuzeigen, die möglichst wirkungsvoll an die Geschichte des Holocausts erinnern.

Organisiert hatte die Studientage die Pädagogische Hochschule in Lausanne im Rahmen des Schweizer IHRA-Vorsitzes. Die Konferenz reiht sich in die Themenbereiche Erziehung und Bildung, Jugend sowie Social Media ein, welche die Schweiz als die Prioritäten ihres Vorsitzes der IHRA definiert hat. „Die nächste Generation über den Holocaust zu unterrichten, ist ein Weg, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten“, sagte der amtierende Vorsitzende der IHRA, Benno Bättig, bei der Eröffnung der Studientage. Er äusserte die Hoffnung, „dass wir durch die Weitergabe von Wissen über den Holocaust dazu beitragen können, dass jungen Menschen das Bewusstsein dafür entwickeln, zu was Rassismus und Diskriminierung führen können.“ Die Weitergabe von Wissen und der Erinnerung an den Holocaust ist in heutiger Zeit umso wichtiger, als immer weniger Menschen noch leben, die den Holocaust als Zeitzeugen erlebt haben und über die Gräuel erzählen können. Benno Bättig unterstrich zudem die Notwendigkeit, “jungen Generationen auch die Fähigkeit zum Mitgefühl mit dem Leiden anderer Menschen zu vermitteln - und dass sie für sie eintreten, wenn die Zeiten dies erfordern.”

Um diese Lücke zu füllen, welche das Verschwinden von Erzählungen durch Holocaust-Überlebende hinterlässt, müssen neue Methoden erarbeitet werden. Einer dieser neuen Ansätze, der mit neuen Medien arbeitet, ist die Lern-App „Fliehen vor dem Holocaust“, die nach ihrer Präsentation an den IHRA-Plenarsitzungen in Bern nun auch in Lausanne einem breiteren Publikum vorgestellt wird. Die Entwicklung der App, die ab Frühsommer 2018 von Jugendlichen direkt oder im Unterricht genutzt werden kann, wurde vom Schweizer IHRA-Vorsitz unterstützt.

Die IHRA umfasst derzeit 31 Mitgliedstaaten. Unter Schweizer Vorsitz haben zudem Bulgarien und Australien einen wichtigen Schritt zur baldigen Vollmitgliedschaft gemacht. Zu den institutionellen Partnern der IHRA gehören unter anderem die UNO, der Europarat, das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE und die UNESCO. Die Schweiz ist seit 2004 Mitglied der IHRA. Den Vorsitz der IHRA hat die Schweiz im März 2017 von Rumänien übernommen und wird ihn am 6. März 2018 an Italien weiterreichen.


Weiterführende Informationen

Rede Benno Bättig, amtierender Vorsitzender der IHRA
Schweizer Vorsitz der International Holocaust Remembrance Alliance im Jahr 2017


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Letzte Aktualisierung 26.01.2022