Die Schweiz setzt sich für den Erhalt der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ein

Bern, Medienmitteilung, 03.05.2013

Die Schweiz trägt mit einer Million Euro zugunsten der Stiftung Auschwitz-Birkenau zum Erhalt des ehemaligen Vernichtungslagers bei. Sie folgt damit einem Aufruf an einige Dutzend Länder, 120 Millionen Euro für die Erhaltung der Gedenkstätte zu spenden. Mit ihrer Unterstützung beweist die Schweiz ihre internationale Solidarität und ihren Respekt gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus und leistet gleichzeitig einen Beitrag an die notwendige Fortsetzung der Erinnerungsarbeit.

Auschwitz-Birkenau ist das einzige Konzentrationslager der Nazis, das ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Heute steht die Gedenkstätte vor grossen Erhaltungsproblemen. Hunderte von Gebäuden oder Ruinen drohen einzustürzen, und die persönlichen Gegenständevon  Opfern könnten für immer zerstört werden. Nur mit internationaler Unterstützung ist eine Rettung möglich.

Bereits 2009 wurde eine Spendenaktion zum Erhalt der Gedenkstätte lanciert. Bisher haben sich rund zwanzig Staaten verpflichtet, insgesamt 100 Millionen Euro zu spenden, einige haben bereits Zahlungen geleistet. Die Schweiz überwies  im Januar 2010 einen ersten Beitrag in der Höhe von 100 000 Franken. Die Stiftung Auschwitz-Birkenau und die polnischen Behörden haben ihre Anstrengungen verdoppelt, um die fehlenden zwanzig Millionen Euro zusammenzubringen. Sie haben auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass möglichst rasch Massnahmen zur nachhaltigen Erhaltung dieses ehemaligen Lagers getroffen werden müssen, wo über eine Million Menschen vernichtet wurden, darunter hauptsächlich Juden. Die Frage wurde auch von Präsident Komorowski anlässlich seines Staatsbesuchs in der Schweiz im Herbst 2012 aufgeworfen.

Mit diesem erneuten Beitrag in der Höhe von einer Million Euro will die Schweiz ihre internationale Solidarität und ihren Respekt gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus zum Ausdruck bringen. Die Nazis waren bestrebt, jegliche Spuren auszulöschen, die die Wahrheitsfindung und Erinnerung ermöglicht hätten. So zerstörten sie gewisse Lager, darunter auch das Lager von Sobibor. Auch heute gibt es noch Holocaust-Leugner. Eine nachhaltige Erhaltung der Spuren dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist daher aus politischer Sicht aktueller denn je.

Mit dieser Unterstützung will die Schweiz auch die Anstrengungen der Kantone und der jüdischen Organisationen der Schweiz ergänzen, die seit einigen Jahren Reisen nach Auschwitz-Birkenau organisieren, wo auch mehrere unserer Landsleute ihr Leben verloren. Diese Reisen, die bei Lehrkräften und Studierenden zunehmend auf Interesse stossen, geben den jüngeren Generationen die Möglichkeit, die Gräueltaten, die im Namen einer rassistischen und antisemitischen Ideologie begangen wurden, besser kennenzulernen. Auf diese Weise werden sie sensibilisiert und zum Nachdenken angeregt.

 


Adresse für Rückfragen:

Information EDA
Bundeshaus West
CH-3003 Bern
Tel.: +41 58 462 31 53
Fax: +41 58 464 90 47
E-Mail: info@eda.admin.ch


Herausgeber:

Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten