Bilaterale Beziehungen Schweiz–Vietnam

Die Schweiz und Vietnam unterhalten seit 1971 diplomatische Beziehungen.  Als wirtschaftliches Schwellenland konnte Vietnam seine Handelsbeziehungen mit der Schweiz rasch ausweiten. Die Schweiz unterstützt den Transitionsprozess und die Entwicklungsanstrengungen in Vietnam. Um die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu stärken, eröffnete die Schweiz im September 2015 ein Generalkonsulat in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz und Vietnam unterhalten seit 1971 diplomatische Beziehungen. Die bilateralen Beziehungen sind in den letzten Jahren enger geworden. Seit 2011 führen die beiden Staaten einen regelmässigen politischen Dialog. Zudem zählt Vietnam seit 2008 zu den acht Schwerpunktländern der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

Die Schweiz und Vietnam arbeiten auch im Rahmen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) zusammen, bei dem die Schweiz seit Juli 2016 den Status einer sektoriellen Dialogpartnerin innehat.

Datenbank Staatsverträge

Portal der vietnamesischen Regierung (en)

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Vietnam ist für die Schweiz ein Zukunftsmarkt. Rund hundert Schweizer Unternehmen sind in Vietnam tätig. Damit gehört die Schweiz zu den grössten europäischen Investoren im Land. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern belief sich im Jahr 2020 auf 3,3 Milliarden Franken. Seit 2012 laufen Verhandlungen im Hinblick auf den Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), in der die Schweiz Mitglied ist, und Vietnam.

Länderinformationen, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Friedensförderung und Menschliche Sicherheit

Die Schweiz ist Teil der G4-Botschaften in Vietnam – zusammen mit Kanada, Neuseeland und Norwegen -, welche sich gemeinsam für einen konstruktiven Menschenrechtsdialog mit den vietnamesischen Behörden engagieren.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die Schweiz hat zwischen 1991 und 2020 über ihre verschiedenen Agenturen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliche Kooperation sowie humanitäre Hilfe über 600 Millionen Franken (nahezu 15 Billionen VND) zur Unterstützung der Entwicklung Vietnams bereitgestellt. Der Schwerpunkt der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in Vietnam lag zunächst auf der Armutsbekämpfung – durch Unterstützung der ländlichen Entwicklung, der lokalen Gouvernanz, der Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger sowie des Zugangs zur Justiz. Seit 2016 liegt der Fokus auf der Förderung verlässlicher und kohärenter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sowie auf der Unterstützung vietnamesischer kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) bei der Einhaltung internationaler Normen und dem Zugang zu internationalen Märkten. Dabei waren und bleiben Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Inklusion weiterhin Querschnittsthemen. Die Schweiz leistet auch regelmässig humanitäre Hilfe bei Naturkatastrophen, zuletzt nach den Wirbelstürmen im Herbst 2020 für die Flutopfer in Zentralvietnam.

Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliche Kooperation (en)

Schweizerinnen und Schweizer in Vietnam

2020 lebten 681 Schweizerinnen und Schweizer in Vietnam.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1971 eröffnete die Schweiz 1973 eine Botschaft in Hanoi. Vietnam eröffnete 2000 eine Botschaft in Bern und die Schweiz 2015 ein Generalkonsulat in Ho-Chi-Minh-Stadt. Der erste offizielle Besuch eines Schweizer Bundespräsidenten in Vietnam fand im August 2008 statt. Seit 2011 treffen sich die beiden Staaten jährlich zu einem politischen Dialog. 2021 feiern die Schweiz und Vietnam das 50-jährige Bestehen ihrer
diplomatischen Beziehungen.

Vietnam, Historisches Lexikon der Schweiz

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis