Gültig am:
Publiziert am: 12.06.2019

Die Lagebeschreibung ist aktualisiert worden (begrenzte Möglichkeiten zur Hilfe in Notfällen durch Schweizer Botschaft).


Reisehinweise für Sudan

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Aktuelles

Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Sudan wird abgeraten. Von Reisen in gewisse Landesteile wird generell abgeraten.

Am 11. April 2019 ist ein Militärputsch verübt worden. Seither finden täglich Demonstrationen statt. Am 3. und 4. Juni 2019 haben Sicherheitskräfte die Demonstrationen gewaltsam aufgelöst. Zahlreiche Personen sind dabei getötet oder verletzt worden.

Die Bevölkerung äussert ihre Frustration über die politische und soziale Lage weiterhin durch Massendemonstrationen, Strassenbarrikaden und Streiks. Häufig lösen die Sicherheitskräfte solche Aktionen gewaltsam auf. Es besteht das Risiko, unversehens in eine gewaltsame Auseinandersetzung zu geraten.

Eine weitere Verschlechterung der Lage ist möglich.

Der Zugang zum Internet sowie zu den sozialen Medien ist zeitweise unterbrochen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch die Telefonverbindungen eingeschränkt werden.

Falls Sie aus zwingenden Gründen nach Sudan reisen müssen, informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und über Ihren Reiseveranstalter über die aktuelle Lage. Meiden Sie Strassenbarrikaden, Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (zum Beispiel Ausgangssperren). Beschränken Sie Reisen innerhalb des Landes auf das notwendige Minimum und klären Sie vorgängig die Sicherheitslage ab.

Im Falle von Unruhen, Strassensperren und Streiks ist die Bewegungsfreiheit des Personals der Schweizer Botschaft eingeschränkt. Die Schweiz hat folglich unter Umständen nur begrenzte oder gar keine Möglichkeiten zur Hilfe in Notfällen oder zur Unterstützung der Ausreise.

Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Flüge nach Sudan eingestellt. Auskunft über die internationalen und nationalen Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Reisen in den Sudan sind mit Risiken verbunden. Die Lage ist in vielen Teilen des Landes angespannt.

Am 11. April 2019 ist ein Militärputsch verübt worden.

Seither finden täglich Demonstrationen statt. Ausschreitungen und Zusammenstösse zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften, bei denen auch Schusswaffen eingesetzt worden sind, haben immer wieder Todesopfer und Verletzte gefordert. Am 3. und 4. Juni 2019 haben Sicherheitskräfte die Demonstrationen gewaltsam aufgelöst. Zahlreiche Personen sind dabei getötet oder verletzt worden.

Im ganzen Land gilt der Ausnahmezustand. Er berechtigt die Behörden unter anderem, Hausdurchsuchungen ohne Durchsuchungsbefehl vorzunehmen, die Versammlungs- oder die Bewegungsfreiheit einzuschränken und Ausgangssperren zu verhängen.

Es kommt zu Engpässen bei der Versorgung mit Treibstoffen, Elektrizität und Lebensmitteln.

In einigen Landesteilen finden bewaffnete Konflikte statt. In mehreren Landesteilen besteht die Gefahr von Landminen und Blindgängern.

In einigen Gebieten ist das Risiko von Entführungen hoch (siehe Kapitel spezifisch regionale Risiken); es kann aber auch in den anderen Landesteilen nicht ausgeschlossen werden. Beachten Sie auch die Rubrik
Terrorismus und Entführungen

Lassen Sie erhöhte Vorsicht walten. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und über Ihren Reiseveranstalter über die aktuelle Lage. Meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (zum Beispiel Ausgangssperren).

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Süden: Die Sicherheitslage in der Grenzregion zwischen Sudan und Südsudan bleibt weiterhin instabil. Betroffen von kriegerischen Auseinandersetzungen sind vor allem die Provinzen Südkordofan und Blue Nile. In Abyei sind seit August 2011 UN-Friedenstruppen stationiert. Von Reisen in die Provinzen Südkordofan, Blue Nile und in die Region Abyei (Abyei Administrative Area) wird abgeraten. Meiden Sie auch das gesamte Grenzgebiet zwischen Sudan- und Südsudan grossräumig. In diesen Gebieten besteht auch Minengefahr.

Darfur und Nordkordofan: Die schwelenden Stammeskonflikte in diesen Teilen des Landes sind seit Ende 2003 zu heftigen Konflikten eskaliert. Die Sicherheitslage ist noch immer prekär. Es besteht das Risiko von Entführungen: Am 7. Oktober 2017 wurde in Nord-Darfur eine Schweizer Staatsangehörige entführt. Im Februar 2015 sind zwei russische Staatsangehörige entführt worden. Wiederholt wurden Mitarbeiter von Hilfswerken entführt. Von Reisen nach Nord-, West- und Süd-Darfur sowie nach Nordkordofan wird abgeraten.

Osten (Gedaref, Kassala, Red Sea): Im Oktober 2006 schlossen die lokalen Rebellen und die Regierung ein Friedensabkommen. Es bestehen aber weiterhin Spannungen. Lassen Sie in dieser Region weiterhin Vorsicht walten.

Grenzgebiet zu Eritrea: Im Grenzgebiet zu Eritrea sind Schmuggler aktiv (Menschen- und Warenschmuggel). Die Situation ist gespannt. Von Reisen ins Grenzgebiet zu Eritrea wird abgeraten. 

Grenzgebiete zu Ägypten und Libyen: In den Grenzgebieten zu Ägypten und Libyen sind Banditen und Schmuggler aktiv. Das Entführungsrisiko ist hoch. Von Touren ins Dreiländereck Ägypten-Libyen-Sudan, einschliesslich Gabal Uwainat, wird abgeraten. Meiden Sie das gesamte Grenzgebiet zu Ägypten und Libyen grossräumig.

Kriminalität

Beachten Sie die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen die zunehmende Kleinkriminalität. Entführungen mit Lösegeldforderungen können im ganzen Land nicht ausgeschlossen werden. Beachten Sie unter anderem auch folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Lassen Sie besonders auf Flughäfen, Busstationen und Märkten Vorsicht walten.
  • Seien Sie nachts nicht unterwegs.
  • Erkundigen Sie sich in den Städten bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, besonders ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten. 

Verkehr und Infrastruktur

Auf dem Land sind die Strassen in der Regel schlecht unterhalten oder nicht existent. Viele Orte können nur auf ungeteerten Strassen (Pisten) erreicht werden, die - obwohl auf den Strassenkarten eingezeichnet - nicht immer eindeutig zu erkennen sind. Navigationsgerät und ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig. Unternehmen Sie deshalb Überlandfahrten ausschliesslich in Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen.

Die Wartung der Flugzeuge für Inlandflüge entspricht oft nicht europäischem resp. internationalem Standard.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Telefon- und Internetverbindungen sowie die sozialen Medien zeitweise eingeschränkt werden.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Im Sudan gilt die Scharia (islamisches Recht).

Fotografieren ist nur mit einer Bewilligung erlaubt. Auch mit einer Bewilligung ist es verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren.

Besitz und Konsum von Alkohol sowie homosexuelle oder aussereheliche Beziehungen sind strafbar. Missionarische Aktivitäten sind illegal und werden streng bestraft.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit mehrjährigen Gefängnisstrafen und/oder Auspeitschungen geahndet. Im Wiederholungsfall kann die Todesstrafe verhängt werden.

Die Haftbedingungen sind prekär.

Kulturelle Besonderheiten

Der Sudan ist ein mehrheitlich muslimisches Land. Passen Sie Ihr Verhalten und Ihre Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an und fotografieren Sie Personen nur mit deren Einverständnis. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Naturbedingte Risiken

Heftige Regenfälle zwischen Juni und September sowie sporadische Sandstürme im Mai und Juni können zu kurzfristigen Problemen und Behinderungen des (Flug-)Verkehrs führen.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb von Khartum und Port Sudan ist die medizinische Grundversorgung nicht gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung in bar, bevor sie Patienten behandeln. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen müssen im Ausland (Europa) behandelt werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren. 

Besondere Hinweise

Tragen Sie stets Ihren Pass auf sich, um sich bei den häufigen Sicherheitskontrollen ausweisen zu können.

Nützliche Adressen

Sudanesische Zollvorschriften: Customs Authority

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Karthum
Helpline EDA


Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.