Gültig am:
Publiziert am: 11.03.2019

Diese Reisehinweise sind überarbeitet worden: Neu wird von Reisen jeder Art in die Ebene des Ruzizi-Flusses wird abgeraten. 
Unverändert gültig: Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Burundi wird abgeraten.


Reisehinweise für Burundi

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Burundi wird abgeraten.

Die Lage bleibt infolge der andauernden politischen Krise in Burundi gespannt und unübersichtlich. Sie kann sich jederzeit aus geringfügigem Anlass rasch ändern. Besonders im Hinblick auf die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 ist eine Verschlechterung der Sicherheitslage möglich.

Trotz eines leichten Rückgangs fordern Gewalttaten im ganzen Land immer wieder Todesopfer und Verletzte; sie können auch unbeteiligte Personen in Mitleidenschaft ziehen. Beispiele:

  • Im Februar 2019 wurde der Fahrer eines Velotaxis in Bujumbura von einem Polizisten aus nächster Nähe erschossen.
  • Im August 2018 erschossen Soldaten mehrere Personen, die in der Provinz Cibitoke illegal Gold abbauten.
  • Im Juni 2018 forderte ein Attentat in Gitenga zwei Todesopfer und zahlreiche Verletzte.
  • Im April 2018 verübten unbekannte Täter ein Attentat auf ein Bistrot in der Provinz Gitega. Es forderte zwei Todesopfer und mehrere Verletzte.
  • Im August 2017 wurden bei einem Attentat auf ein Restaurant in Gitega mehrere Personen verletzt.
  • Im August 2017 forderten zwei Attentate auf zwei Cafés in Buyenzi ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte.
  • Im August 2017 forderte ein Attentat in Muyinga mehrere Todesopfer und Verletzte.

Das Risiko von Terroranschlägen kann nicht ausgeschlossen werden. Zu den möglichen Zielen von Terrorangriffen zählen öffentliche und touristische Einrichtungen sowie grosse Menschenansammlungen, z.B. belebte Märkte, Einkaufszentren, öffentlicher Verkehr (Bus- und Flugverkehr), Sportveranstaltungen, kulturelle Anlässe, Nachtlokale, bekannte internationale Hotels, beliebte Restaurants.

Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während dringenden Reisen bei den lokalen Behörden über die Sicherheitslage der zu bereisenden Gebiete sowie der Verkehrsverbindungen. Lassen Sie sich von einer ortskundigen Vertrauensperson begleiten und reisen Sie ausschliesslich tagsüber. Meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen jeder Art, denn das Risiko von gewaltsamen Zusammenstössen ist hoch. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (Ausgangssperren etc.)

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Ebene des Ruzizi-Flusses: Es kommt immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen, besonders in den Grenzregionen. Im Mai 2018 wurden bei einem bewaffneten Überfall auf Ruhagarika in der Nähe der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo zahlreiche Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner umgebracht. Von Reisen jeder Art in die Ebene des Ruzizi-Flusses wird abgeraten.

Nationalparks: Auch in den Nationalparks der anderen Provinzen ist die Lage unsicher. Beachten Sie die gleichen Vorsichtsmassnahmen wie in den anderen Landesteilen.

Während des Bürgerkriegs haben Rebellen und Regierung Minen eingesetzt. In weiten Landesteilen stellen Blindgänger und Minen immer noch eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Halten Sie sich deshalb an die Strassen und häufig benutzten Wege, und informieren Sie sich bei den lokalen Sicherheitsbehörden und/oder der Bevölkerung.

Kriminalität

Der Besitz und Einsatz von Schuss- und anderen Waffen ist verbreitet. Es besteht das Risiko von Diebstählen, bewaffneten Überfällen und Einbrüchen. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck) auf sich.
  • Benutzen Sie ausschliesslich das Fahrzeug, um sich in und ausserhalb der Hauptstadt fortzubewegen. Verriegeln Sie Autofenster und -türen.
  • Seien Sie nachts weder zu Fuss noch mit dem Auto unterwegs.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Bereitschaft zur Gewaltanwendung (inkl. Tötung) ist hoch.

Auf die Justiz und die Sicherheitskräfte ist kaum Verlass.

Verkehr und Infrastruktur

Es besteht ein hohes Unfallrisiko aufgrund der teilweise schlechten Strassenverhältnisse, mangelhaft gewarteter Fahrzeuge, des unberechenbaren Verhaltens der Verkehrsteilnehmer und streunender Tiere. Reisen Sie ausschliesslich tagsüber. Während der Regenzeit (Oktober bis Mai) werden manche Strassen unpassierbar. Beachten Sie die Wettervorhersagen.
Météo Burundi

Strassensperren durch Militär und Milizen können im ganzen Land vorkommen.

Zeitweise bestehen Engpässe bei der Versorgung mit Treibstoffen.

Es kommt vor, dass in einzelnen Gebieten die Mobiltelefonverbindungen und der Zugang zum Internet vorübergehend unterbrochen sind.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Es ist verboten, den Flughafen oder militärische Einrichtungen zu fotografieren.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen hart bestraft.

Die Haftbedingungen sind prekär.

Kulturelle Besonderheiten

Bedenken Sie, dass die Bevölkerung während des Bürgerkrieges traumatische Erfahrungen gemacht hat. Begegnen Sie deshalb den Menschen mit entsprechendem Respekt und Feingefühl. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet. Krankenhäuser verlangen vor der Behandlung eine finanzielle Garantieleistung (Vorauszahlung). Medizinische Notfalldienste gibt es praktisch nicht. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen müssen im Ausland (Europa oder Nairobi, Kenia) behandelt werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei in Bujumbura: 17 (in den Regionen: 110, 113, 114)
Zivilschutz: 113
Verkehrspolizei: 118 

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Nairobi, Kenia
Konsularagentur in Bujumbura
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.