Engagement für eine weniger wasserintensive Kaffeeproduktion in Vietnam

Projekt abgeschlossen
Ein vietnamesischer Bauer kontrolliert die auf dem Boden ausgebreiteten Kaffeebohnen, die an der Sonne trocknen.
Riesige Wassermengen sind nötig, bevor Kaffeebohnen an der Sonne getrocknet werden können. © DEZA SDC

Die Kaffeeproduktion erfordert viel Wasser. In Vietnam wird daher das Wasser in den Dörfern rund um die Plantagen manchmal knapp. Die DEZA setzt sich zusammen mit den vietnamesischen Behörden und dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé für einen sparsamen Wasserverbrauch auf den Kaffeefeldern ein.

Land/Region Thema Periode Budget
Vietnam
Wasser
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Einsparung von Wasserressourcen
Landwirtschaftliche Wasserressourcen
Wassersektorpolitik
01.05.2014 - 31.12.2017
CHF 900'000

Vietnam ist der zweitgrösste Kaffeeproduzent der Welt und der grösste Exporteur von Robusta-Kaffee. Das Klima ist ideal für den Kaffeeanbau, da es die meiste Zeit des Jahres genügend regnet. Während der Trockenzeit gibt es in den Dörfern in der Umgebung der Plantagen jedoch nicht genug Wasser für die Bevölkerung und die landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion, etwa für Reis.

Um auch in weniger regenreichen Zeiten Kaffee produzieren zu können, bewässern nämlich viele Bauern ihre Felder reichlich, oft zu Lasten des Grundwassers. Zudem führen überalterte Bewässerungsanlagen zu Wasserverschwendung.

Die Daten der lokalen Behörden zu den verfügbaren Wassermengen sind zu wenig verlässlich, um eine bessere Verteilung zwischen Kaffeeproduzenten und anderen Wassernutzern planen zu können. Da davon auszugehen ist, dass sich die Trockenzeit in Vietnam aufgrund des Klimawandels verlängert, könnten langfristig mehrere Millionen Menschen unter Wassermangel leiden.

Mehr Kaffee mit weniger Wasser: die perfekte Lösung

Für einen nachhaltigen Wasserverbrauch muss bei den Kaffeeproduzenten angesetzt werden. Private Unternehmen, die vietnamesischen Kaffee kaufen, verfügen über die Mittel, um eine Änderung der Gewohnheiten zu bewirken. Die DEZA ging deshalb 2014 eine öffentlich-private Entwicklungspartnerschaft (PPDP) mit dem Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé ein, der über 20% des in Vietnam produzierten Robusta-Kaffees einkauft.

Nestlé hat in mehreren Provinzen Vietnams Hilfsprogramme zur Unterstützung unabhängiger Kleinbauern lanciert. Rund 100 vietnamesische Ausbildner haben bereits über 10ʼ000 Kaffeebauern gezeigt, wie sie ihren Wasserverbrauch je nach Jahreszeit optimieren können. Viele dieser Techniken sind sowohl günstig als auch einfach anzuwenden. Wenn man zum Beispiel eine Plastikflasche umgekehrt in den Boden steckt und regelmässig die Kondensation kontrolliert, weiss man, wann die Trockenzeit gekommen ist: wenn die Wassertropfen in der Flasche weniger werden.

Mit solchen Techniken können die Kaffeebauern ihre Betriebskosten bei gleicher Produktion senken, weil sie weniger Treibstoff benötigen für die Anlagen, die das Wasser auf die Felder pumpen. Dank ihren neuen Kenntnissen können einige Farmer sogar mehr Kaffee produzieren. Auf diese Weise werden die Lebensgrundlagen von knapp zwei Millionen Menschen geschützt.

Forschung im Dienste der Entwicklung

Das Zentrum für Hydrogeologie und Geothermie der Universität Neuenburg und die Beratungsfirma Drishaus and Epping Consulting führten auf der Dak-Lak-Hochebene eine Studie durch. Gemäss dieser gäbe es genügend Wasser für alle, wenn der Verbrauch auf den Kaffeefeldern um ein Drittel gesenkt werden könnte. Für ihre Berechnungen kartierten sie alle Wasserreserven in der Region Dak Lak mit der finanziellen Unterstützung von der DEZA und Nestlé.

Ausserdem finanzieren die DEZA und Nestlé ein System zur Wettervorhersage, das die Universität Hanoi auf Ersuchen des vietnamesischen Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung entwickelte. Es zeigt die Niederschlagsveränderungen an, so dass die Kaffeebauern den Wasserverbrauch im Hinblick auf die Trockenzeit besser planen können. Diese Forschungsarbeiten sind in zweifacher Hinsicht nützlich: Die Behörden können Mengenziele zur Reduktion des Wasserverbrauchs festsetzen, und gleichzeitig können in den kartierten Gebieten neue Wasserquellen erschlossen werden.