Bilaterale Beziehungen

Wichtige Bestandteile der guten Beziehungen zwischen der Schweiz und Usbekistan sind die Zusammenarbeit in den internationalen Finanzinstitutionen sowie die Kooperation im Rahmen der Regionalen Strategie DEZA/SECO für die Periode 2017–2020. Die Schweiz und Usbekistan pflegen zudem einen regelmässigen politischen Dialog. Das Land ist schliesslich ein wichtiger Partner in der Wasserdiplomatie. 

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Usbekistan ist Mitglied der Schweizer Stimmrechtsgruppe in der Weltbank,bei der Globalen Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF), seit April 2017 bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (European Bank for Reconstruction and Development, EBRD) und seit Oktober 2018 beim Internationalen Währungsfond (IWF).

In der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Schweiz die Wasserversorgung und die Berufsbildung und fördert gute Gouvernanz und Dezentralisierung in Usbekistan.

Weltbank (en)
Globale Umweltfazilität (en)

Datenbank Staatsverträge

Die Schweiz engagiert sich zudem in Zentralasien im Bereich Wasserdiplomatie. Die Initiative «Blue Peace Central Asia» fördert die regionale Wasserzusammenarbeit unter den fünf zentralasiatischen Ländern und unterstützt grenzüberschreitende Initiativen im Wassermanagement sowohl politisch als auch technisch. Ein Regionalberater mit Sitz in Almaty (Kasachstan) koordiniert die Aktivitäten der Schweiz in der Region.

Blue Peace: Wasser als Element der Sicherheit

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Etwa 40 Schweizer Unternehmer sind in Usbekistan tätig, wobei die Hauptinvestoren Rieter und Nestlé sind. Der Handel zwischen der Schweiz und Usbekistan ist bescheiden und von den Goldexporten aus Usbekistan dominiert. Die Schweiz ist ausschliessliche Abnehmerin von usbekischem Gold. Der Umsatz des bilateralen Goldhandels erreichte 2017 2.7 Milliarden US$. Die Schweiz exportiert v.a. Chemikalien, Maschinen, Pharmaprodukte sowie Uhren.

Die Uzbek Swiss Chamber of Commerce and Industry sowie die Joint Chamber of Commerce Switzerland/CIS stellen den Austausch im privaten Wirtschaftssektor sicher.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Joint Chamber of Commerce Switzerland/CIS (en)

Uzbek Swiss Chamber of Commerce and Industry (en)

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die Kooperationsstrategie 2017–2021 für Zentralasien bündelt die Projekte der DEZA und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Kirgisistan und Tadschikistan sind Schwerpunktländer. In allen zentralasiatischen Staaten unterstützt die Schweiz die Wasserversorgung.

In Usbekistan unterstützt die Schweiz neben der Wasserversorgung die Entwicklung der Infrastruktur und der Abwasserentsorgung in städtischen und ländlichen Gebieten und fördert deren Gouvernanz mit einem Gesamtbeitrag von 12.68 Millionen CHF. Rund 300‘000 Menschen im Fergana-Tal und in der Provinz Syrdarya profitieren davon. Ein weiterer  Schwerpunkt des Programms ist die Berufsbildung im Bereich der Wasserwirtschaft und der Abwasserentsorgung. Zudem begleitet die Botschaft die regionalen Wasserprojekte sowie jene zu Disaster Risk Reduction.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Kulturaustausch

Die Schweizer Botschaft in Taschkent engagiert sich in Gemeinschaftsprojekten mit Vertretungen anderer Länder und den in Taschkent ansässigen Kulturinstitutionen.

Schweizerinnen und Schweizer in Usbekistan

Ende 2017 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 6 Schweizerinnen und Schweizer in Usbekistan.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz anerkannte die Unabhängigkeit Usbekistans am 23. Dezember 1991, nach der Auflösung der Sowjetunion. 1994 eröffnete sie eine Botschaft in Taschkent. 2017 wurden die Botschaft und das Kooperationsbüro zusammengelegt. Usbekistan ist in der Schweiz durch die Botschaft in Berlin vertreten und unterhält eine Mission bei den Internationalen Organisationen in Genf.

Zentralasien und die Geschichte der Seidenstrasse übten einen starken Reiz auf europäische Reisende aus. Eine der ersten Schweizerinnen, die die Region bereiste, war die Genfer Schriftstellerin und Journalistin Ella Maillart (1903–1997). Ihr 1934 veröffentlichtes Buch «Des Monts céléstes aux sables rouges » war ein grosser Erfolg und erschien im selben Jahr in englischer Sprache unter dem Titel Turkestan solo.

Usbekistan, Historisches Lexikon der Schweiz