Programme/Projekte in der Tschechischen Republik
Zweiter Schweizer Beitrag an die Tschechische Republik
(Stand: November 2025)
Das Schweizer-Tschechische Kooperationsprogramm (2023–2029) zielt darauf ab, wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten in der Tschechischen Republik zu verringern und gleichzeitig die bilateralen Beziehungen zu stärken. Aufbauend auf dem Erfolg des ersten Schweizer Beitrags und gemäss einem Rahmenabkommen zwischen dem Schweizer Bundesrat und der tschechischen Regierung stellt die Schweiz 76,9 Millionen Franken zur Verfügung, wobei Tschechien einen zusätzlichen Beitrag von 15 % leistet. Der Schwerpunkt liegt auf vier Bereichen, in denen Tschechien Bedarf angemeldet hat und die Schweiz ihr Fachwissen einbringen kann: Biodiversität und nachhaltiger Tourismus, Gesundheit, Migration und Forschung.
Die vier Programme werden von tschechischen Ministerien koordiniert und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren umgesetzt, darunter lokale Behörden, Nichtregierungsorganisationen, der Privatsektor und Schweizer Partner. Die Gesamtkoordination liegt beim tschechischen Finanzministerium in enger Zusammenarbeit mit dem Büro Schweizer Beitrag in Prag.
Integration von Migranten in die Tschechische Republik
Das Programm unterstützt die Integration von Migranten aus der Ukraine und anderen Drittstaaten in die tschechische Gesellschaft und fördert gleichzeitig ihren Beitrag zur Wirtschaft. Es finanziert Aktivitäten wie Rechts- und Finanzberatung, psychosoziale Unterstützung und Mitwirkung bei nachbarschaftlichen Aktivitäten. Das Programm hilft Migranten auch bei der Suche nach Arbeitsplätzen, die ihren Fähigkeiten entsprechen, unter anderem durch die Einrichtung einer Plattform zur Anerkennung von Qualifikationen. Das tschechische Ministerium für Arbeit und Soziales koordiniert dieses Programm.
Tschechisch-schweizerische Forschungsinfrastrukturinitiative
Die tschechisch-schweizerische Forschungsinfrastrukturinitiative zielt darauf ab, die Position der Tschechischen Republik in der europäischen und internationalen Forschungslandschaft zu stärken und gleichzeitig die bilaterale Forschungszusammenarbeit zu verbessern. Sie unterstützt Kooperationsprojekte zwischen tschechischen und schweizerischen Forschern innerhalb multinationaler Forschungsnetzwerke und fördert die Integration der Extreme Light Infrastructure (ELI) der Tschechischen Republik in globale Forschungsbemühungen. Das Programm wird vom tschechischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport umgesetzt und umfasst zahlreiche schweizerische Partner. Durch die praktischen Ergebnisse der geförderten Grundlagen- und angewandten Forschung kommt es nicht nur der Forschungsgemeinschaft, sondern auch der tschechischen und schweizerischen Gesellschaften insgesamt zugute.
Gesundheitsversorgung zuhause
Das Programm zielt darauf ab, die häusliche Gesundheitsversorgung in der Tschechischen Republik zu stärken: Verbesserung der Koordination zwischen Gesundheits- und Sozialdienstleistern, Verbesserung der Effizienz und Qualität der häuslichen Pflegedienste und Stärkung der landesweiten Verwaltung (Vernetzung der Anbieter, Datenerfassung, Klassifizierung der Dienstleistungen) und Finanzierung (Erstattungsmodell) dieser Dienstleistungen. Das Programm wird vom tschechischen Gesundheitsministerium koordiniert und profitiert vom Fachwissen spezialisierter Schweizer Partner, die wiederum von den fortschrittlichen Erfahrungen Tschechiens im Bereich der häuslichen Pflege lernen.
Nachhaltiger Tourismus und Förderung der biologischen Vielfalt
Ziel des Programms ist es, zwei Hauptursachen für den Rückgang der biologischen Vielfalt anzugehen: Landschaftsfragmentierung und übermässiger Tourismus. Der erste Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Vernetzung von Wasser- und Landlebensräumen für Tierpopulationen sowie der Steigerung der Landschaftsdurchlässigkeit und der Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme. Die zweite Säule des Programms zielt auf ein effektiveres Management der Besucherströme und ihrer Auswirkungen auf die Ökosysteme in Schutzgebieten ab. Das Programm finanziert sowohl Infrastruktur (z. B. Besucherzentren, Naturlehrpfade) als auch Massnahmen wie Artenüberwachung und Sensibilisierungskampagnen für den Tourismus. Das Umweltministerium betreut das Programm auf tschechischer Seite, wobei zahlreiche Schweizer Partner in Abstimmung mit dem Netzwerk Schweizer Pärke beteiligt sind.
Weitere Informationen zum schweizerisch-tschechischen Kooperationsprogramm: https://www.swiss-contribution.cz/en/