Bilaterale Beziehungen Schweiz–Kamerun

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kamerun sind durch Freundschaft und Zusammenarbeit geprägt. Dabei ist ein vermehrtes Interesse an einem Ausbau der bilateralen Beziehungen festzustellen, vor allem im Migrationsbereich.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Migrationsfragen sind ein wichtiger Bestandteil der bilateralen Zusammenarbeit. Die beiden Regierungen sprechen sich wirksam miteinander ab.

Die französische Sprache und die Mitgliedschaft in der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF) verbinden die beiden Länder. Die Zusammenarbeit führte zu einem konkreten Projekt mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (ETHL) im Forschungs- und Bildungsbereich.

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Die akademischen Institutionen der Schweiz und Kameruns (Yaoundé) arbeiten eng zusammen. Eine intensive Zusammenarbeit entwickelte sich zwischen dem Polytech (Yaoundé I) und der ETHL, dies insbesondere durch die Lancierung von zwei Online-Kursangeboten (Massive Open Online Course, MOOC) und die Errichtung eines gemeinsamen Forschungszentrums im Bereich Elektrizitätsproduktion aus erneuerbaren Energiequellen (CURES).

Forschende und Kunstschaffende aus Kamerun können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Schweizer Bundesstipendien

Entwicklungszusammenarbeit

Kamerun ist kein Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. Die Schweiz unterstützt in Kamerun Kleinprojekte von Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen der Wasserversorgung, Landwirtschaft, Kultur, Menschenrechte und Frauenförderung.

Mit Unterstützung der Kantone Jura und Genf, die sich vor allem im Bereich der Entwicklung von ländlichen Zonen engagieren, entstand eine dezentrale Zusammenarbeit. Vertreterinnen und Vertreter von Schweizer Kirchen und NGO, die vor Ort tätig sind, zeugen von einer solidarischen und engagierten Zivilgesellschaft.

Schweizerinnen und Schweizer in Kamerun

2017 waren 319 Schweizer Staatsangehörige bei der Schweizer Botschaft in Kamerun gemeldet.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz ist seit Ende des 19. Jahrhunderts mit Mitgliedern der Basler Mission und anderer Religionsgemeinschaften in Kamerun anwesend. Ihre Tätigkeiten erstreckten sich hauptsächlich auf den Bildungssektor.

Ab den 1960er-Jahren nahm die Schweizer Präsenz in Kamerun dank der politischen Stabilität des jungen Landes und dem Ausbau des Handels (in erster Linie Kakaoausfuhren) zu. Die Schweizer Kolonie, die 1960 rund 250 Mitglieder zählte, umfasste 1970 bereits mehr als 500 Personen.

Zu Beginn der 1980er-Jahre verabschiedete der Bundesrat zwei Mischkredite, die zu einer Ankurbelung des Handels führten. Verschiedene Schweizer Unternehmen aus der Chemie-, Nahrungsmittel-, Bau-, Logistik- und Maschinenindustrie fassten Fuss im Land.

Der Abbau der technischen Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Kamerun und die darauf folgenden Wirtschaftskrisen, die bis Ende des letzten Jahrhunderts anhielten, führten zu einem Rückgang des Handels und der in Kamerun lebenden Schweizerinnen und Schweizer. Seit 1989 werden die Schulden des Landes im Rahmen des Pariser Clubs saniert.

1962 eröffnete die Schweiz in Douala ein Konsulat, das 1967 in eine Botschaft umgewandelt wurde. Zwei Jahre später wurde die offizielle Schweizer Vertretung in die Hauptstadt Yaoundé verlegt. 1982 wurde ein ausserordentlicher und bevollmächtigter Botschafter mit Sitz in Yaoundé ernannt. Die Botschaft war von 1996 bis 2007 geschlossen, dafür blieb eine ständige konsularische Stelle offen. Seither wird die diplomatische Vertretung gleiche wie die in Bern tätige kamerunische Botschaft von einem Botschafter geleitet.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements und damalige Vizepräsidentin des Bundesrats, stattete vom 26. bis 29. September 2014 einen offiziellen Besuch in Kamerun ab. Dabei unterzeichnete sie zwei Abkommen im Migrationsbereich.

Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz