Bevölkerungsnahe Gesundheitsversorgung in der Region der Grossen Seen

Projekt abgeschlossen
Ein Baby wird in einem Behandlungszimmer gewogen.
Behandlungen für Mütter und Kinder sind eine Priorität der DEZA in der Region der Grossen Seen. Gegen 200 Gesundheitszentren profitieren von einer Unterstützung. © DEZA Copyright 2009

Trotz der politischen und humanitären Krise setzt die DEZA ihr Engagement für die Bevölkerung in Burundi fort. Im Gesundheitsbereich will sie die Behandlungsmöglichkeiten der Gesundheitszentren und Bezirksspitäler erweitern und damit den Zugang der Bevölkerung zur medizinischen Grundversorgung und deren Qualität verbessern. Das Programm der DEZA deckt sowohl Burundi als auch Ruanda ab.

Land/Region Thema Periode Budget
Grosse Seen
Gesundheit
Wasser
Stärkung der Gesundheitssysteme
Primäre Gesundheitsversorgung
Trinkwasser und Siedlungshygiene (WASH) (bis 2016)
Reproduktive Gesundheit & Rechte
01.02.2013 - 31.12.2018
CHF 9'970'000

Ausbildung des medizinischen und administrativen Personals der Gesundheitszentren und Bezirksspitäler, Sicherstellung der kontinuierlichen Versorgung mit Medikamenten und Gewährleistung von erschwinglichen Leistungen für die Bevölkerung: Der Ansatz, den die DEZA in Burundi im Gesundheitsbereich verfolgt, ist nicht neu, aber er ist noch sinnvoller, seit das Land im Frühling 2015 in eine politische und humanitäre Krise geschlittert ist.

Alle Geldgeber haben angesichts der zahlreichen Menschenrechtsverletzungen die Budgethilfe an die burundische Regierung eingestellt und begnügen sich damit, lokale Initiativen zu unterstützen. Auch die Schweiz konzentriert sich bei ihrem Engagement vor Ort auf lokale Gesundheitseinrichtungen und auf Bevölkerungsgruppen, deren Lebensbedingungen aufgrund der chaotischen politischen Situation teilweise sehr prekär sind. Mit ihrer Tätigkeit will die DEZA das nationale Gesundheitswesen stärken, indem sie direkt bei dezentralen Institutionen ansetzt. Konkret handelt es sich um Gesundheitseinrichtungen in zwei Provinzen im Norden des Landes, Ngozi und Kayanza.

Demokratisierung der Gesundheitsversorgung

Das Programm zur Unterstützung der Gesundheitsversorgung, das die DEZA in Burundi entwickelt hat, ist regional ausgerichtet und deckt auch das Nachbarland Ruanda ab. Es wird vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut umgesetzt und dient  dem Bau oder der Sanierung von Infrastruktur, dem Kauf von Geräten und zahlreiche Weiterbildungskursen für das medizinische und administrative Personal. Von diesen Massnahmen profitieren in Burundi und Ruanda fast 200 Gesundheitszentren und Regionalspitäler und damit indirekt 2,5 Millionen Menschen.

Die Idee ist nicht nur, die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, sondern auch die Arbeitsweise der medizinischen Einrichtungen zu professionalisieren – oder zu demokratisieren. Oder anders gesagt: Je stärker sich die lokale Bevölkerung am Betrieb der Einrichtungen beteiligen kann und je transparenter sie informiert wird, desto leichter findet sie Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Krankenversicherungen

Behandlungsbedürftige Frauen, Männer und Kinder müssen die Behandlung aber auch bezahlen können. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut begleitet die DEZA die Einführung von Finanzierungsmodalitäten, um die medizinische Grundversorgung für möglichst viele Menschen erschwinglich zu machen.

In Ruanda wurden Anfang der 2000er-Jahre auf Anregung der DEZA allgemeine Krankenversicherungen (Grundversicherung) eingeführt. Seither bemüht sich die DEZA, die ärmsten Bevölkerungsgruppen bei der Zahlung ihrer Jahresprämien zu unterstützen (ungefähr 4 CHF  pro Person). Im Jahr 2015 erhielten über 17‘000 Personen solche Zuschüsse. In Burundi erhielten dank der DEZA etwa 14‘000 Familien eine Gesundheitskarte (Carte d’Assistance Sanitaire).

Heute besteht die Herausforderung darin, solche Grundversicherungsmodelle auf die ganze Bevölkerung auszudehnen. In den Einsatzregionen der DEZA variiert der Anteil der Krankenversicherten zwischen 19% und 77%. Das Programm zur Unterstützung der Gesundheitssysteme soll alle Menschen in Burundi und Ruanda für den Nutzen solcher Krankenversicherungen sensibilisieren. Die Versicherungen werden gemeinsam mit den nationalen Behörden und den Zielgruppen, die in lokalen Vereinen organisiert sind, regelmässig evaluiert, um ihre Umsetzung im Alltag zu optimieren.