Bildungsinitiativen zur schulischen Wiedereingliederung von 1200 Kindern in Mali

Projekt abgeschlossen
Malische Mädchen am Fenster einer Schule
8- bis 12-jährige Kinder holen verpassten Stoff in Kursen nach, die sie auf einen Wiedereinstieg in die Schule vorbereiten. © DEZA SDC

Alphabetisierungskurse, Fachausbildungen, angepasste Lehrmittel: Das Unterstützungsprojekt für nichtformelle Bildung der DEZA hilft 9- bis 15 jährigen Kindern, wieder Anschluss an die Schule zu finden, und bereitet sie auf die Berufsausbildung vor.

Land/Region Thema Periode Budget
Mali
Bildung
Alltagsfähigkeiten
Grundbildung
15.10.2010 - 31.12.2014
CHF 4'850'000

In Mali können über 70% der Bevölkerung nicht lesen und schreiben. Rund eine Million Kinder zwischen 7 und 12 Jahren besuchen keine Schule, und 46% der Erstklässler beenden die Primarschule nicht. Zwei Gründe für die mangelnde Schulbildung in Mali sind die geringen Aufnahmekapazitäten der Schulen und die bescheidene Qualität des Unterrichts, der zudem häufig nicht der lokalen Realität angepasst ist.

Zur Behebung dieser Schwachpunkte hat die DEZA im Rahmen des Projekts zur Unterstützung der nichtformellen Bildung in den Regionen Sikasso und Mopti verschiedene Bildungsinitiativen entwickelt. Ziel ist es, 1200 Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren darauf vorzubereiten, wieder in die Schule einzusteigen oder eine Berufsausbildung in einer Fachrichtung ihrer Wahl (Landwirtschaft, Viehzucht, Gemüseanbau usw.) zu beginnen.

Nachhilfeunterricht
Im Rahmen des Projekts werden Nachhilfekurse angeboten, damit die Kinder ihren Rückstand aufholen und wieder erfolgreich die Schulbank drücken können. Die Lehrlinge der verschiedenen Fachrichtungen erfahren, was es für ein erfolgreiches Kleinunternehmen auf dem Land braucht. Auch ein neues Lehrmittel – der Wissenschaftskoffer – wird angeboten. Die Koffer enthalten bebilderte Karten, die den Erwerb von naturwissenschaftlichem Wissen in der Fachausbildung unterstützen.

Auch für Erwachsene
Auch Erwachsene profitieren vom Projekt, da 240 Personen – davon fast zwei Drittel Frauen und Jugendliche – Alphabetisierungskurse in lokaler Sprache besuchen. Ein Viertel der Ausgebildeten wird anschliessend in den Dorflesezentren beschäftigt. Die von der DEZA geschaffenen Zentren sollen den Kindern helfen, ihre Kompetenzen im Lesen und Rechnen zu verbessern. Die übrigen Absolventen lernen danach in speziellen Zentren, ihre landwirtschaftliche Tätigkeit zu diversifizieren.

Mobilisierung der Bevölkerung
Damit sich die Bevölkerung für Bildungsfragen engagiert, werden im Rahmen des Projekts 100 Personen unterstützt, die beim Erziehungsministerium Anliegen vorbringen wollen. Mit dieser Unterstützung soll einerseits das Bildungssystem auf dem Land verbessert und andererseits der Staat dazu bewogen werden, die Einführung innovativer Methoden in diesem Bereich zu unterstützen. Die Methoden könnten dann im ganzen Land eingeführt werden, damit möglichst viele Kinder profitieren, die noch keine Schule besuchen.