Gültig am:
Publiziert am: 04.07.2019

Diese Reisehinweise sind vollständig überarbeitet worden.


Reisehinweise für Kenia

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Im ganzen Land bestehen latente politische Spannungen. Sie können aus geringfügigem Anlass zu Demonstrationen, Strassenblockaden und Gewalttaten führen.

Sporadische Streiks können Verspätungen und Behinderungen des Reiseverkehrs verursachen.

In einzelnen Landesteilen sowie in den Städten können Spannungen mit lokalpolitischen oder sozialen Hintergründen auftreten und zu lokal begrenzten Unruhen und Gewaltausbrüche führen.

Im ganzen Land besteht das Risiko von terroristischen Akten. Zum Beispiel hat ein terroristischer Überfall auf ein Geschäftszentrum/Hotel im Stadtzentrum von Nairobi am 15. Januar 2019 mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert. Am 2. August 2017 sind bei einem bewaffneten Überfall auf einen Bus in Witu (Lamu County) mehrere Personen getötet oder verletzt worden.

Lassen Sie Vorsicht walten, besonders auf öffentlichen Plätzen wie Märkten, Busbahnhöfen, Kirchen, in der Umgebung von diplomatischen Vertretungen und Regierungsgebäuden, an Veranstaltungen und an von Ausländern besuchten Orten wie modernen Einkaufszentren.

Im Grenzgebiet zu Somalia besteht ein hohes Entführungsrisiko. Es kann aber auch in anderen Landesteilen nicht gänzlich ausgeschlossen werden, wie die Entführung einer italienischen Hilfswerkmitarbeiterin im November 2018 in Chakama (Kilifi County) gezeigt hat. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Terrorismus und Entführungen

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien oder über Ihren Reiseveranstalter über die Entwicklung der Lage. Lassen Sie sich bei Überlandreisen von einer vertrauenswürdigen Person begleiten, die mit den lokalen Verhältnissen vertraut ist. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art, denn Ausschreitungen sind möglich. Befolgen Sie die Anweisungen der kenianischen Behörden (z.B. Ausgangssperren) und der lokalen Reiseleitung.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Mombasa County:
In Mombasa flammen immer wieder Unruhen auf, vor allem nach Gewalttaten, die religiös motiviert sind oder als solche wahrgenommen werden, z.B. nach der Ermordung von religiösen Persönlichkeiten oder Überfällen auf Kirchen und Moscheen. Am meisten davon betroffen sind die Altstadt auf Mombasa Island und der Stadtteil Kisauni. Wiederholt kam es in Mombasa zu Anschlägen, deren Hintergründe unklar blieben. Die Kriminalitätsrate ist in der Altstadt von Mombasa nachts besonders hoch.
Lassen Sie auf den Transferstrecken vom und zum Flughafen, in der Altstadt von Mombasa sowie in den Badeorten an der Küste erhöhte Vorsicht walten. Befolgen Sie die Anweisungen der kenianischen Sicherheitskräfte und die Empfehlungen der Reiseleitung oder des Hotels, insbesondere wenn Sie unbegleitete Ausflüge ausserhalb der Hotelanlage unternehmen möchten. Meiden Sie Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen jeder Art.

Ländliche Gebiete:
Hauptsächlich in abgelegenen Gebieten führen Auseinandersetzungen um Weiderechte und traditionellen Stammesangelegenheiten sporadisch zu lokalen, gewaltsamen Konflikten zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Sie haben in den vergangenen Jahren wiederholt Todesopfer gefordert.
Vor allem im Laikipia County kommen Einfälle von Hirten in Farmen und in private Arten- und Naturschutzgebiete (conservancies) vor. Dabei sind gewaltsame Auseinandersetzungen sowie Sachbeschädigungen möglich. Zum Beispiel wurde am 5. März 2017 ein westlicher Farmbesitzer ermordet. Am 23. April 2017 wurde eine westliche Naturschützerin auf ihrer Farm angeschossen.
Lassen Sie sich bei Reisen in ländliche Gebiete von einer vertrauenswürdigen Person begleiten, die mit den lokalen Verhältnissen vertraut ist.

Grenzregionen zu Somalia:
Der bewaffnete Konflikt in Somalia wirkt sich auf die Sicherheitslage in den angrenzenden Counties aus. Es werden immer wieder Anschläge verübt. Wiederholt sind Personen getötet oder verletzt worden, wenn ihr Fahrzeug auf einen Sprengsatz fuhr, zum Beispiel im Juni 2019 im Garissa County oder im Dezember 2018 im Lamu County. Im August 2017 sind bei einem bewaffneten Überfall auf einen Bus in Witu (Lamu County) mehrere Personen getötet oder verletzt worden.
Es besteht die Gefahr von Überfällen und ein hohes Risiko von Entführungen durch Terroristen. In der Vergangenheit sind mehrere Personen entführt und nach Somalia verschleppt worden. Im April 2019 wurden zwei kubanische Ärzte in Mandera entführt; der sie begleitende Polizist wurde getötet.

Von Reisen in den Nordosten (Counties Garissa, Wajir, Mandera) wird abgeraten. Es wird auch abgeraten von Aufenthalten im Küstenstreifen zwischen der somalischen Grenze und dem Tana River Delta, einschliesslich Lamu.

Kriminalität

Das Hauptrisiko, insbesondere für Alleinreisende, liegt in der weit verbreiteten Gewaltkriminalität. Es kommt vor, dass Diebe sich als Polizisten ausgeben. Auf Überlandstrecken im ganzen Land besteht besonders nach Einbruch der Dunkelheit die Gefahr von Überfällen durch bewaffnete Strassenräuber. Sexualdelikte werden ebenfalls gemeldet. In den Städten sind Diebstähle von Autos unter Androhung/Anwendung von Gewalt und Raubüberfälle häufig, vor allem nachts. Einbrüche und Überfälle in Ferienhäuser, besonders entlang der Küste, haben zugenommen. Es sind wiederholt ausländische Staatsangehörige ermordet worden, darunter auch Schweizer Staatsangehörige.

Unter anderem werden nachstehende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Schenken Sie dem Sicherheitsaspekt bei der Wahl der Unterkunft grosse Aufmerksamkeit.
  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Informieren Sie sich an Ihren Aufenthaltsorten bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten.
  • Meiden Sie wenig belebte Stadtquartiere und unterlassen Sie Spaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Verzichten Sie auf Besuche der Armenviertel.
  • Benützen Sie nur Taxis mit Firmennamen oder Hoteltaxis.
  • Meiden Sie einsame Strände.
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt, um das Opfer nachher zu berauben.
  • Halten Sie die Autofenster geschlossen und die Türen verriegelt. Verzichten Sie nachts auf Überlandfahrten.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch. Die Verbrecher schrecken auch vor Morden nicht zurück.
  • Bereiten Sie individuelle Reisen sorgsam vor, und informieren Sie sich vorgängig über die aktuelle Sicherheitslage.

Im indischen Ozean und auch in den kenianischen Gewässern ist es in der Vergangenheit zu Piratenüberfällen gekommen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
maritime Piraterie

Verkehr und Infrastruktur

Es herrscht Linksverkehr. Der schlechte Strassenzustand, mangelhaft gewartete Fahrzeuge, die Missachtung der Verkehrsregeln usw. führen immer wieder zu schweren Unfällen. Das Risiko besteht bei Reisen mit Personenwagen und mit Überlandbussen gleichermassen. Die Sicherheitsstandards der Sammeltaxis (Matatus) sind sehr schlecht. Nächtliche Überlandfahrten sind auch aus diesen Gründen zu vermeiden.

Die Sicherheitsvorkehrungen der Fährverbindungen sind mitunter mangelhaft.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Der Besitz und die Benützung von Plastiktaschen werden mit hohen Geldbussen oder mit Gefängnis bestraft. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind verboten.

Militärische Installationen, Flughäfen und öffentliche Bauten (Brücken, Regierungsgebäude, Botschaften usw.) dürfen nur mit Erlaubnis der Behörden fotografiert werden.

Die Beleidigung des Staatspräsidenten sowie das Zerstören von Banknoten sind strafbar.

Zuwiderhandlungen gegen die Gesetze zum Schutz von Tieren und Pflanzen können mit langjährigen Haftstrafen und/oder hohen Geldbussen bestraft werden. Darunter fällt auch der Besitz von tierischen und pflanzlichen Produkten geschützter Arten.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit Gefängnisstrafen bis zu lebenslänglich bestraft.

Die Haftbedingungen sind äusserst schlecht.

Kulturelle Besonderheiten

Es bestehen zahlreiche Stammestraditionen. In den Küstengebieten bekennt sich die Mehrheit der Bevölkerung zum Islam. Respektieren Sie die lokalen Sitten und die religiösen Empfindungen der Bevölkerung. Fotografieren Sie Personen nur mit deren Einverständnis. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.

Naturbedingte Risiken

Kenia liegt in einer Erdbebenzone.
Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein grösseres Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Nairobi.

Lassen Sie sich bei Wanderungen und Trekking-Touren von einem erfahrenen, lokalen Reiseleiter begleiten, in den Nationalparks von einem Parkwächter.

Medizinische Versorgung

Mit Ausnahme der bekannten Touristendestinationen sowie von Nairobi und Mombasa ist die medizinische Versorgung beschränkt. Wählen Sie wenn möglich private Krankenhäuser; sie sind in der Regel besser ausgerüstet als die staatlichen. Krankenhäuser verlangen eine Vorauszahlung, bevor sie Patienten behandeln.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Besondere Hinweise

Sie sind verpflichtet, sich jederzeit mit dem Reisepass ausweisen zu können. In der Regel genügt eine Passkopie, es kommt jedoch vor, dass Polizisten auf die Vorweisung des Originals bestehen.

Nützliche Adressen

Allgemeine Notruf-Nummer: 999

Kenianische Zollvorschriften: Passenger Terminals Frequently Asked Questions

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Kenia
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.