Besserer Zugang zum Arbeitsmarkt für Frauen im Südkaukasus


Eine Frau liest Informationen
Frauen können sich über ihre Arbeitsrechte informieren ©DEZA

In den drei Ländern des Südkaukasus (Armenien, Aserbaidschan und Georgien) werden viele Frauen auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert. Weil es der formellen Wirtschaft an einer gleichberechtigten  Beschäftigungspolitik für Frauen und Männer mangelt, arbeiten die Frauen vorwiegend im informellen Sektor und sind somit nicht geschützt. Das Projekt «Wirtschaftliche Stärkung der Frauen im Südkaukasus» fördert die Teilhabe der Frauen in der Wirtschaft und ermöglicht ihnen einen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt oder den Eintritt in die unternehmerische Selbstständigkeit.

Land/Region Thema Periode Budget
Südkaukasus
gender
Berufsbildung
womensequalityorg
Berufsbildung
01.11.2017 - 31.07.2021
CHF 3'400'000

Zahlreiche Frauen im Südkaukasus sind vom Wirtschaftsleben ihres Landes ausgeschlossen. Sie arbeiten entweder im eigenen Haushalt oder aber in der informellen Wirtschaft und profitieren folglich weder vom Schutz noch von den Vorteilen einer geregelten Stelle. Die Gesellschaft im Südkaukasus ist noch sehr patriarchalisch geprägt, geschlechtsspezifische Stereotype sind weit verbreitet. Diskriminierende Gesetze führen beispielsweise zu grossen Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen.

Beispiel Landwirtschaft

In Armenien, Aserbaidschan und Georgien sind 35 Prozent der Frauen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, vor allem in ländlichen Gebieten. Generell arbeiten sehr viele Frauen in der Landwirtschaft, insbesondere in informellen Familienbetrieben. Sie haben somit kein ausreichendes Einkommen, das ihnen eine finanzielle Selbstständigkeit ermöglichen würde.

Gesetze zur Förderung der Selbstbestimmung

Die erste Phase des Projekts fokussiert auf 1660 Frauen in 23 besonders benachteiligten Kleinstädten. Das Projekt will den Frauen primär zu mehr Selbstbestimmung verhelfen. Sie werden über ihre Rechte aufgeklärt, können sich vernetzen und ihre unternehmerischen Fähigkeiten ausbauen. Schliesslich soll den Frauen der Eintritt in die formelle Wirtschaft gelingen, indem sie eine Festanstellung finden oder den Schritt in die Selbstständigkeit schaffen. Die Ausgangslage in Armenien und Georgien ermöglicht auch eine Weiterentwicklung der Institutionen und des Rechtsrahmens. Deshalb fördert das Projekt hier einerseits die Ausarbeitung von Gesetzen, die die Gleichstellung von Mann und Frau begünstigen, und andererseits die Beteiligung der Frauen selbst an diesem Prozess. Die beiden Länder werden zudem ermutigt, die internationalen Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation(ILO) zu ratifizieren, wovon indirekt 2,4 Millionen Frauen profitieren würden. Das Projekt arbeitet eng mit anderen DEZA-Projekten in der ländlichen Entwicklung und der Dezentralisierung in Armenien und Georgien zusammen. So wird zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den sogenannten «Women’s Rooms» in den beiden Ländern (von Frauen in ländlichen Gebieten gegründete Zentren) ermöglichen, dass die Frauen sich stärker vernetzen und Erfahrungen und Informationen austauschen.

Erwartete Ergebnisse

Besonders benachteilige Frauen nutzen neue Fähigkeiten und wirtschaftliche Möglichkeiten, um im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Private Unternehmen werden ermutigt, internationale Normen einzuhalten, damit die Frauen einen besseren Zugang zu Festanstellungen erhalten. Armenien und Georgien schaffen die rechtlichen Rahmenbedingungen, welche die wirtschaftliche Selbstständigkeit von Frauen garantieren sollen. Zu diesem Zweck werden die Verantwortlichen von Regierungen und Behörden im Rahmen von Schulungen bei der Entwicklung von Gleichberechtigungsstrategien unterstützt. Ausserdem lernen sie, die Nachhaltigkeit der geplanten Massnahmen regelmässig zu überprüfen.

Das Projekt wird von UN Women und UNDP in Partnerschaft mit den nationalen Gleichstellungsbüros durchgeführt.