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Projekt abgeschlossen
Junge Pflegerin kuemmert sich um einen aelteren Patienten im Pflegeheim.
Dank der spitalexternen Pflege kann Lyubomir Tzenov (78) wieder ein unabhängigeres Leben führen. Die ambulante Pflege ist kostengünstiger als die Pflege in einem Spital und entlastet die Angehörigen. © DEZA DEZA

Die steigende Lebenserwartung in Bulgarien führt zu einer erhöhten Anzahl älterer Menschen. Damit diese auch im hohen Alter noch zu Hause im gewohnten Umfeld leben können, führt dieses Projekt die spitalexterne Hilfe und Pflege in vier Gemeinden ein. Die ambulante Pflege durch Fachpersonal bewahrt eine gewisse Selbstständigkeit der Patienten und verbessert so die Lebensqualität von chronisch kranken oder behinderten Menschen fortgeschrittenen Alters.

Land/Region Thema Periode Budget
Bulgarien
Soziale Sicherheit erhöhen
Sozialdienste für bestimme Zielgruppen
01.07.2011 - 31.12.2017
CHF 2'418'187

Hinweis: Die Texte in allen Rubriken, mit Ausnahme «Erreichte Resultate», beschreiben die Situation vor Projektbeginn.

Die Bevölkerung in Bulgarien wird immer älter. Die Geburtenrate hingegen ist tief und junge Bulgarinnen und Bulgaren wandern vermehrt ins Ausland aus oder vom Land in grössere Städte ab. Viele ältere Menschen in Bulgarien sind deshalb medizinisch als auch sozial vermehrt auf sich alleine gestellt. Das Projekt verbessert durch spitalexterne Hilfe und Pflege die Lebensqualität von chronisch kranken oder behinderten älteren Bulgarinnen und Bulgaren, einschliesslich Angehörigen der Romabevölkerung.

Hilfe und Pflege zu Hause – der „Spitex“-Dienst

Benötigt man medizinische Versorgung, geht man entweder zum Arzt oder ins Spital. In Bulgarien gibt es zwar eine Vielzahl an Spitälern. Diese Art der Behandlung ist aber für ältere Menschen und oft an den Rand der Gesellschaft gedrängte Bevölkerungsgruppen mit chronischen Krankheiten oder Behinderungen nicht optimal. Daher muss ein effizientes und effektives Gesundheitssystem über die Behandlung im Spital hinaus auch betroffene Personen zu Hause berücksichtigen. Dies entlastet sowohl die Spitäler, als auch die Zielgruppen.

Diese spitalexterne Hilfe und Pflege, in der Schweiz unter dem Begriff „Spitex“ sehr bekannt, stellt eine echte Alternative für das bulgarische Gesundheitssystem dar. In der Schweiz profitieren jährlich über 200‘000 Personen von einer solchen Dienstleistung, rund 15‘000 Vollzeitstellen sorgen für die nötige Betreuung.

Selbstständigkeit bis ins hohe Alter bewahren

Durch das Projekt werden vier Anlaufstellen für häusliche Pflege in vier Gemeinden im bulgarischen Bezirk Wraza aufgebaut, welche über 350 ambulante Patienten betreuen. Dadurch können ältere Menschen zu Hause in einem vertrauten Umfeld leben. Sie erhalten regelmässigen Besuch von ausgebildetem Personal im Pflegebereich sowie Haushaltshilfen. Dies fördert die Selbstständigkeit der betreuten Person bis ins hohe Alter.

Ein zusätzlicher Vorteil ist die Kostenersparnis, da die Pflege zu Hause billiger ist als in einem Spital. Diese Behandlungsart generiert auch Arbeitsplätze für die Bevölkerung vor Ort und führt dadurch zu einer verringerten Landflucht der jüngeren Generationen.

Möglichkeit einer zukünftigen Dienstleistung auf nationaler Ebene

Im Rahmen des Projektes werden auch nationale Qualitätsstandards für die Pflege zu Hause ausgearbeitet, damit klar geregelt wird, wer welche Aufgaben bei den Hausbesuchen vornimmt. Zusätzlich finden Abklärungen statt, ob das Angebot für die Roma-Bevölkerung und andere Minderheitsgruppen in Bulgarien eine Anpassung benötigt, damit diese Pflegeform auch für diese Gruppen gezielt und effizient eingesetzt werden kann.

Schliesslich werden aufgrund der Erfahrungen und Resultate auch Vorschläge und Empfehlungen auf nationaler Ebene des Gesundheitswesens vorgebracht, um in der Vergangenheit eingeläutete Reformen im Gesundheitsbereich voranzutreiben. So wird das System der spitalexternen Pflege auf nationaler Ebene verankert und könnte in Zukunft auch landesweit angeboten werden, damit demographische und sozio-ökonomische Herausforderungen im Gesundheitsbereich zukünftig sinn- und zeitgemäss gemeistert werden.