Gültig am:
Publiziert am: 03.06.2019

Das Kapitel Aktuelles ist aktualisiert worden: Die für den 18. April 2019 geplanten Präsidentschaftswahlen sind ein zweites Mal verschoben worden. Das neue Wahldatum steht noch nicht fest.


Reisehinweise für Algerien

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Aktuelles

Die für den 18. April 2019 geplanten Präsidentschaftswahlen sind ein zweites Mal verschoben worden. Das neue Wahldatum steht noch nicht fest. Es muss weiterhin im ganzen Land mit Demonstrationen gerechnet werden. Gewalttätige Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften können dabei nicht ausgeschlossen werden.

Verfolgen Sie vor und während der Reise die Entwicklung der Lage in den Medien und meiden Sie grössere Menschenansammlungen und Kundgebungen jeder Art.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Reisen nach Algerien sind mit Risiken verbunden.

Die algerische Regierung hat die Sicherheitsmassnahmen insbesondere in der Hauptstadt Algier erhöht. Trotzdem kann das Risiko von Terroranschlägen im ganzen Land nicht ausgeschlossen werden.

Mögliche Anschlagsziele sind öffentliche Einrichtungen, Sicherheitskräfte, ausländische Firmen und von Ausländern häufig frequentierte Orte. Die Al-Kaida im islamischen Maghreb sowie andere Terrorgruppen drohen mit Anschlägen gegen westliche Einrichtungen.

Sporadisch können in ländlichen Zonen, in Berg- und Wüstengebieten Kämpfe zwischen Terrorgruppen und der Armee vorkommen.

In grossen Teilen der Sahara sind bewaffnete Banden und islamistische Terroristen aktiv, die vom Schmuggel und von Entführungen leben. Sie sind gut organisiert, operieren grenzüberschreitend und haben Verbindungen zu lokalen, kriminellen Gruppen. In den südlichen Wüstengebieten, im Grenzgebiet Tunesien und in der Kabylei wird das Entführungsrisiko als hoch eingeschätzt. Auch in den übrigen Gebieten des Landes kann das Entführungsrisiko nicht ausgeschlossen werden.

Beachten Sie das Kapitel spezifische regionale Risiken, die Rubrik Terrorismus und Entführungen sowie den Fokus Entführungsrisiko in der Sahara und angrenzenden Gebieten.
Terrorismus und Entführungen
Entführungsrisiko in der Sahara und Sahelzone

Bei Demonstrationen kann es zu gewalttätigen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften kommen.

Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Lassen Sie Ihre Reise durch eine lokale Vertrauensperson organisieren.
  • Lassen Sie sich am Flughafen abholen und ins Hotel begleiten.
  • Beschränken Sie sich vorzugsweise auf die Agglomerationen, und unternehmen Sie Reisen im Landesinneren wenn möglich per Flugzeug. Bei unumgänglichen Überlandfahrten vergewissern Sie sich, dass Ihre lokale Ansprechperson Ihre Reise bei der Polizei angemeldet und sich über die bestmöglichen Sicherheitsvorkehrungen informiert hat. Verzichten Sie jedoch wegen der erhöhten Unfall- und Überfallgefahr auf nächtliche Überlandfahrten.
  • Ändern Sie bei längeren oder wiederholten Aufenthalten ab und zu Ihren Tagesablauf.
  • Meiden Sie grosse Menschenansammlungen und Demonstrationen jeder Art.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Kabylei (im Nordosten des Landes): In der Kabylei kommt es immer wieder zu Unruhen und Überfällen, und es besteht ein erhöhtes Risiko von Entführungen. Am 21. September 2014 ist ein französischer Tourist in der Region Tizi Ouzou durch Terroristen entführt worden. Obwohl die Sicherheitskräfte ihre Präsenz in dieser Region verstärkt haben, sind sie Opfer von Attentaten geworden, z.B. am 19. April 2014: Bei einem Hinterhalt auf einen Militärkonvoi in der Gemeinde Iboudrarene wurden mehrere Soldaten getötet. Von Reisen in die Kabylei wird abgeraten.

Grenzgebiete zu Marokko: In diesen Gebieten sind noch Minenfelder aus dem Unabhängigkeitskrieg vorhanden. Der Grenzübertritt auf dem Landweg zu Marokko ist verboten.

Grenzgebiet zu Tunesien: Es besteht das Risiko von Entführungen. In diesen Gebieten sind terroristische Gruppierungen aktiv. Sie sind gut organisiert, gewaltbereit und operieren grenzüberschreitend. Ausserdem sind noch Minenfelder aus dem Unabhängigkeitskrieg vorhanden. Von Reisen ins Grenzgebiet zu Tunesien wird abgeraten.

Landesmitte: In der Stadt Ghardaia und ihrer Umgebung kam es Anfang 2014 zu gewaltsamen Unruhen. Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen kommt es sporadisch zu gewalttätigen Vorfällen. Informieren Sie sich in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuelle Sicherheitslage, bevor Sie nach Ghardaia und ins gesamte M’Zab-Tal reisen. Dasselbe gilt während des Aufenthalts in diesem Gebiet. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden.

Süden: Südlich der Linie, die über die Städte Béchar, Ghardaia, Touggourt und El-Oued führt, ist das Entführungsrisiko hoch. Die Sicherheitslage in Libyen, im Norden von Niger und im Norden von Mali wirkt sich auf die Sicherheitslage im Süden von Algerien aus. Insbesondere erhöht sich das Risiko, Opfer einer Entführung oder einer anderen Terroraktion zu werden.
Am 16. Januar 2013 wurden zahlreiche Mitarbeiter der Erdgasförderanlage Tiguentourine bei In Aménas von einer Terroristengruppe als Geiseln genommen. Bei der Befreiungsaktion durch das algerische Militär wurden mehrere Dutzend Menschen getötet. Im Oktober 2011 wurden europäische Hilfswerkmitarbeiter aus einem Flüchtlingslager in der Nähe von Tindouf entführt. Anfang Februar 2011 wurde eine italienische Touristin südlich der Stadt Djanet entführt. Von Reisen in das Gebiet südlich der Linie Béchar, Ghardaia, Touggourt und El-Oued wird abgeraten.

Kriminalität

Kleinkriminalität herrscht vor allem in den grösseren Städten wie Algier, Constantine und Oran. Raubüberfälle und Diebstahl stellen ein ernst zu nehmendes Problem dar.

Verkehr und Infrastruktur

Die Strassen sind generell in gutem Zustand. Gewisse Gebiete dürfen durch Ausländer nur in Begleitung einer Polizeieskorte bereist werden. Erkundigen Sie sich bei den lokalen Behörden über die genauen Bestimmungen.

Verkehrsunfälle fordern jedes Jahr zahlreiche Todesopfer. Die unvorhersehbare Fahrweise und die ungenügende technische Wartung vieler Fahrzeuge erfordern höchste Konzentration von allen Verkehrsteilnehmern (Auto-, Motorrad-, Velofahrer und Fussgänger). Es wird davon abgeraten, nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs zu sein.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Antennenmaste, Brücken usw.) zu fotografieren. Es ist strikte verboten, Feldstecher einzuführen. Diese werden bei den Ankunftskontrollen systematisch mit dem Scanner gesucht und konfisziert.

Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz (Einfuhr, Verkauf und Konsum) werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen hart bestraft. Es kann selbst die Todesstrafe verhängt werden.

Die Haftbedingungen sind prekär.

Kulturelle Besonderheiten

Algerien ist ein muslimisches Land mit verschiedenen religiösen Strömungen, die von liberalen bis ultraorthodox reichen. Passen Sie Verhalten und Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.
Im Falle einer Heirat zwischen Ausländer/in und Algerier/in sind gewisse islamische Verhaltensregeln und Gesetze zu beachten. Der Ehemann hat beispielsweise das Recht, im Extremfall die Ausreise seiner Ehefrau und Kinder – unabhängig von deren Staatsangehörigkeit – zu verhindern.

Naturbedingte Risiken

Im Norden des Landes können sich gelegentlich Erdbeben ereignen.

Bei heftigen Regenfällen können sich ausgetrocknete Bachbette (Wadis) in kürzester Zeit in reissende Flüsse verwandeln. Vor allem in den Bergen können sich die Witterungsverhältnisse rasch ändern.

Im Sommer besteht vielerorts Waldbrandgefahr.

Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden, z.B. Evakuationsbefehle.
Météo Algérie

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Algier.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der grossen Städte ist die medizinische Versorgung oft ungenügend oder prekär. Private Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung).

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z. B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Algerische Zollbestimmungen: Direction générale des douanes

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Algier
Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc. 
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.