Demokratie und Frieden, Wirtschaft, chancengerechte Entwicklung: Schweiz lanciert neues Kooperationsprogramm Kosovo
Berna, 27.04.2026 — Die Direktorin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Patricia Danzi, hat am 27. April 2026 in Pristina das neue Schweizer Kooperationsprogramm mit Kosovo vorgestellt. Das Programm im Umfang von 64.5 Millionen Franken läuft von 2026 bis 2029 und setzt auf demokratische Regierungsführung, wirtschaftliche Entwicklung sowie chancengerechte menschliche Entwicklung (“Equitable Human Development”). Es wird von der DEZA und der Abteilung Frieden und Menschenrechte (AFM) des EDA sowie dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) des WBF umgesetzt.
Kosovo ist eines der wenigen Schwerpunktländer, in dem die Schweiz alle drei Kerninstrumente – Entwicklungszusammenarbeit, wirtschaftliche Zusammenarbeit und menschliche Sicherheit – gleichzeitig einsetzt, ergänzt durch eine Migrationspartnerschaft. Dementsprechend war DEZA-Direktorin Danzi für die Lancierung in Begleitung von Botschafter Tim Enderlin, Chef der Abteilung Frieden und Menschenrechte, sowie Philipp Orga, Head of Operations, SECO, angereist.
Die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Kosovo reicht bis ins Jahr 1998 zurück. Leistete die Schweiz damals zunächst humanitäre Hilfe, konzentriert sich die Unterstützung bis heute auf drei Schwerpunkte: demokratische Regierungsführung, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sowie Klimawandel, Wasser und Gesundheit.
Das neue Kooperationsprogramm setzt an das Programm für den Zeitraum 2022–2025 an, dank dem im Bereich der kommunalen Regierungsführung über 740'000 Bürgerinnen und Bürger verbesserte Dienstleistungen nutzen konnten.
Ein Kennzeichen der Zusammenarbeit ist die Eigenverantwortung Kosovos, welche die Schweiz gezielt unterstützt. Die kosovarische Regierung hat zum Beispiel das System der leistungsbasierten Gemeindefinanzierung in ihre eigene Verwaltung übernommen und finanziert es mit eigenen Mitteln mit. Dieser Ansatz orientiert sich an Prinzipien, die auch die Schweizer Kommunalpolitik prägen.
«Die internationale Zusammenarbeit der Schweiz mit Kosovo zeigt, dass nachhaltige Veränderung möglich ist, wenn lokale Institutionen gestärkt werden und die Bevölkerung mitentscheidet. Mit dem neuen Programm bauen wir auf dieser Entwicklung auf und investieren weiter in die Stabilität, die Sicherheit und die nachhaltige Entwicklung eines Landes mit dem uns gegenseitige Interessen verbinden», sagte DEZA-Direktorin Patricia Danzi bei der Lancierung des Kooperationsprogramms 2026-2029 Kosovo.
Die Schweiz setzt sich für die Stärkung von lokalen Institutionen sowie für einen nachhaltigen Frieden ein. Dazu sollen Spannungen angegangen und tragfähige Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit geschaffen werden. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Kosovo und Serbien ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Stabilität und den Wohlstand im gesamten Westbalkan und damit auch im Interesse der Schweiz. Die Schweiz unterstützt die von der EU moderierten Normalisierungsbemühungen mit einem Dialogprozess sowie eigenen Beiträgen zur Vertrauensbildung.
Die schweizerische Zusammenarbeit mit dem Westbalkan verfolgt das Ziel, Frieden, Stabilität und Wohlstand zu fördern und die Länder auf ihrem Weg zur europäischen Integration zu unterstützen. Die Schweiz und Kosovo verbinden seit 2008 diplomatische Beziehungen. Die Schweizer Unterstützung baut auch auf engen politischen und kulturellen Verbindungen auf, die die kosovarische Diaspora in der Schweiz (rund 160'000 Personen) einbeziehen.
Zwischen der Schweiz und Kosovo besteht zudem seit 2010 eine Migrationspartnerschaft. Diese beinhaltet regelmässige Migrationsdialoge sowie Kooperationsmassnahmen, die vom Staatssekretariat für Migration (SEM) umgesetzt wurden, um das Migrationsmanagement zu stärken.