Blue Peace: Wasser als Instrument für den Frieden

Hochrangige Regierungsvertreter aus Zentralasien und Westafrika stehen gemeinsam vor einer grossen Wasserleitung.
Regierungsvertreter aus Zentralasien lernen die Mechanismen der friedlichen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu Wasser im Einzugsgebiet des Flusses Senegal kennen. © DEZA

Noch vor Erdöl wird Wasser künftig die wichtigste geopolitische Ressource sein, der Bedarf wird bis 2030 um mehr als 50% zunehmen. Dadurch vergrössert sich auch das Konfliktpotenzial rund um die lebenswichtige Ressource Wasser. Die Schweiz bringt mit den Aktionslinien des EDA zu «Blue Peace» technische sowie politische Lösungsvorschläge in den Politikdialog betroffener Regionen.

Wasser ist heute von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit. Die Ressource ist zu einem Schlüsselelement geworden, nicht nur für die Bekämpfung der Armut, sondern auch für den Frieden und die politische Stabilität. Angesichts des demografischen Wachstums, der wirtschaftlichen und städtischen Entwicklung, der Umweltverschmutzung und der Klimaveränderung ist diese beschränkte und geografisch ungleich verteilte Ressource einem immer stärkeren Druck ausgesetzt.

In mehreren Weltregionen führen Probleme rund um den Zugang zu Wasser zu Auseinandersetzungen. Wenn die Ressourcen knapp sind, Dürre herrscht oder der Zugang wegen bewaffneter Konflikte nicht möglich ist, können noch grössere Spannungen entstehen.

Fokus 

Die Schweiz bietet ihre Unterstützung an, damit Länder ihre Wasserressourcen besser bewirtschaften und Spannungen zwischen verschiedenen Nutzern (private Verbraucherinnen, Energieindustrie, Landwirtschaft, etc.) eindämmen können – auf nationaler oder regionaler Ebene. Mit der 2010 ins Leben gerufenen «Blue Peace»-Initiative unterstützt die Schweiz sowohl die grenzüberschreitende Zusammenarbeit als auch nationale Dialogplattformen zum Thema Zugang zu Wasser. Hinter «Blue Peace» steht die Idee, dass eine optimale und gerechte Bewirtschaftung der weltweiten Wasserressourcen dem Anliegen eines nachhaltigen Friedens dient. Die Schweiz hat grosse Erfahrung bei der Förderung des Dialogs und der Erarbeitung von Kompromissen. Sie hat zudem ausgewiesene Kompetenzen bei der Wasserwirtschaft, sowohl auf politischer und akademischer Ebene als auch im Privatsektor und in der Zivilgesellschaft. 2015 hat die Schweiz, gemeinsam mit 14 weiteren Staaten, das Globale Hochrangige Panel für Wasser und Frieden ins Leben gerufen. Ende 2017 hat das Panel seine Empfehlungen im Abschlussbericht « Eine Frage des Überlebens» publiziert.

«Eine Frage des Überlebens», Abschlussbericht des Globalen Hochrangigen Panels für Wasser und Frieden (en)

Die Schweizer Instrumente – die «Swiss Toolbox»

Die Schweiz verfügt über breites Fachwissen in der friedlichen Verwaltung von gemeinsamen Wasserressourcen mit Nachbarländern. Aufgrund der grossen europäischen Flüsse Rhone und Rhein sowie der grenzübergreifenden Seen hat sie langjährige Erfahrung im grenzüberschreitenden Wassermanagement und kann helfen, Lösungen für andere Weltregionen zu erarbeiten.
Die Schweiz geht bestehende Herausforderungen mit ihren verschiedenen aussenpolitischen Instrumenten an:

Entwicklungszusammenarbeit
Die DEZA arbeitet unter anderem  an der Verbesserung des Zugangs zu Wasser und sanitären Einrichtungen und an der gerechten Bewirtschaftung der Wasserressourcen.

Humanitäre Hilfe
Sie trägt in Krisen- oder Konfliktsituationen zur Deckung des Wasserbedarfs der betroffenen Bevölkerungsgruppen bei und arbeitet an Präventionsmassnahmen zur Minimierung der Auswirkungen von Katastrophen z.B. Überschwemmungen etc..

Instrumente zur Gewährleistung der menschlichen Sicherheit und zur Förderung des internationalen Rechts
Damit wird beispielsweise der Dialog bei wasserbezogenen Konflikten gefördert.

Bilaterale diplomatische Beziehungen mit den Staaten
In den Ländern, in denen die wasser- und sicherheitsbezogenen Risiken hoch sind, thematisiert die Schweiz dieses Problem systematisch.

Bilateral und multilateral

Die Instrumente der «Swiss Toolbox» werden sowohl bilateral als auch multilateral eingesetzt. Auf bilateraler Ebene z.B. fördert die Schweiz mit ihrer Wasserdiplomatie die Zusammenarbeit verschiedener Nutzer beim Wassermanagement und trägt auf diese Weise zum sozialen Frieden bei. Neben Zentralasien und dem Nahen Osten ist die Schweiz auch in Afrika in diesem Gebiet tätig, namentlich in Subsahara-Afrika, einer Schwerpunktregion der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz.

Auf multilateraler Ebene hat sich die Schweiz unter anderem dafür eingesetzt, dass die Verfügbarkeit sowie nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung in die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung Eingang findet. Ausserdem engagiert sie sich in regionalen Organisationen, insbesondere der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), für das Thema Wasser und Sicherheit.

Dokumente

Aktuelle Projekte

Objekt 13 – 16 von 16

Central Asia : Water Accountability in Transboundary Chu and Talas River Basins

15.12.2016 - 31.12.2021

Effective water resources management requires data management capacities for proper decision-making at different scales. In this context, a modern, Multi-Level Distributed Water Information Systems is a management instrument that provides stakeholders’ gateways for judicious and sustainable water resources management. The project is aiming at introducing such a modern management information system in transboundary Chu and Talas river basins to improve water accountability and transparency.


Drinking Water for the People of Eastern Ukraine

Ein Lastwagen vor einer Zweigstelle der Wasserwerke Voda Donbas in Krasnoarmeysk. Um den Lastwagen herum stehen Menschen.

11.04.2016 - 30.11.2016

The ongoing armed conflict in Ukraine continues to claim victims and cause untold damage. Vital goods like water are in increasingly short supply.The SDC is the only state actor organising humanitarian convoys which cross the contact line in eastern Ukraine.

Land/Region Thema Periode Budget
Ukraine
Humanitäre Hilfe & DRR
Wasser
Gesundheit
Menschenrechte
Rechtsstaatlichkeit - Demokratie - Menschenrechte
Materielle Nothilfe
Trinkwasser und Siedlungshygiene (WASH) (bis 2016)
Primäre Gesundheitsversorgung
Menschenrechte (inkl. Frauenrechte)
Wasserdiplomatie und Sicherheit
Stärkung der Gesundheitssysteme

11.04.2016 - 30.11.2016


CHF  1’156’000



Emergency assistance to Conflict-affected population in Eastern Ukraine

01.04.2015 - 31.03.2016

Since 2014, a deep political crisis in Ukraine resulted in a major internal conflict, which led to massive displacement of civilian population and heavy destruction of infrastructures and private properties. A ceasefire lasting since 15 February 2015 has allowed the Swiss Humanitarian Aid (SHA) to conduct 2 assessment missions, which have identifed immediate assistance needed by the populations in the Oblasts of Donetsk and Lugansk.


Blue Peace Central Asia Strengthening of the Regional Institutional Framework for Integrated Water Resources Management in Central Asia

01.09.2014 - 31.07.2022

In response to the explicit demand of the five Central Asian States, and building on over 20 years of cooperation in the field of water, SDC facilitates transboundary water resources cooperation consistent with the Blue Peace approach implemented in the Middle-East and at the global level through the establishment of a High Level Dialogue Platform, the promotion of sustainable water practices as well as capacity building of a new generation of water professionals and champions.

Land/Region Thema Periode Budget
Zentralasien
Wasser
Klimawandel & Umwelt
Wasserdiplomatie und Sicherheit
Meteorologische Dienste
Einsparung von Wasserressourcen
Wassersektorpolitik

01.09.2014 - 31.07.2022


CHF  6’000’000


Objekt 13 – 16 von 16