Aufruf zur Projekteingabe: Innovative Initiativen für Ernährungssicherheit und Ernährung

Das Globalprogramm Ernährungssicherheit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sucht Initiativen, die zur Verbesserung der Ernährungssysteme beitragen und sich positiv und nachhaltig auf die Lebensbedingungen der armen Bevölkerung auswirken. Zu diesem Zweck lanciert die DEZA vier Aufrufe zur Projekteingabe.

Die bestehenden globalen Ernährungssysteme sind nicht nachhaltig und verunmöglichen breiten Bevölkerungsgruppen den Zugang zu gesunden Nahrungsmitteln. Über 820 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Viele mehr konsumieren qualitativ minderwertige Lebensmittel, was zu Fehlernährung führt und mit ein Grund für die starke Zunahme ernährungsbedingter Fettleibigkeit und nichtübertragbarer Krankheiten ist, insbesondere in der armen Stadtbevölkerung.

Gleichzeitig ist die Landbevölkerung, insbesondere kleinbäuerliche Familien, am stärksten von Armut und Hunger betroffen, obwohl sie 80 Prozent der weltweit konsumierten Nahrungsmittel produzieren. Sie leiden überproportional unter den Auswirkungen von Konflikten und Klimawandel. Viele Menschen – namentlich Frauen sowie junge Bäuerinnen und Bauern – haben Schwierigkeiten beim Zugang zu Land, Wasser und Saatgut, dabei sind sie zur Sicherung ihrer Existenz darauf angewiesen.

Aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie und der Massnahmen zu ihrer Eindämmung wird erwartet, dass sich die Ungleichheiten bei der Nahrungsmittelversorgung verschärfen und dass Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung weiter zunehmen werden.

Die Ernährungssysteme verursachen rund 30 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, schädigen die natürlichen Ressourcen, auf die sie eigentlich angewiesen sind, verschmutzen Wasser, Boden und Luft. Ausserdem sind sie mitverantwortlich für den dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt: 75 Prozent der gesamten Nahrungsmittelversorgung der Menschen basiert auf lediglich zwölf Pflanzen- und nur fünf Tierarten.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse rufen nach einer raschen und tiefgreifenden Veränderung des globalen Ernährungssystems, damit wir den zahlreichen Problemen, die unsere Umwelt und unsere Gesundheit belasten, begegnen können. Wenn wir nichts tun oder das bestehende System weiter ausbauen, werden die Folgen für Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft noch verheerender ausfallen. Im Endeffekt könnte auch die Ernährungssicherheit weltweit in einem noch nie da gewesenen Ausmass bedroht werden.

Um diese Herausforderung nachhaltig anzugehen, sucht das Globalprogramm Ernährungssicherheit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) innovative Initiativen. Anhand von Multi-Stakeholder-Ansätzen soll Folgendes erreicht werden:

  • soziale, technologische und organisatorische Innovationen fördern
  • ökonomische Anreize strategisch nutzen
  • neue Gouvernanzmodelle erproben
  • individuelle und kollektive Wertvorstellungen und Verhaltensweisen ändern

Alle Ansätze sollen zur Verbesserung der Ernährungssysteme beitragen und sich positiv und nachhaltig auf die Lebensbedingungen der armen Bevölkerung auswirken.

Zu diesem Zweck lanciert das Globalprogramm Ernährungssicherheit folgende vier Aufrufe

  1. Aufruf zur Projekteingabe: Menschenrechte in Ernährungssystemen
  2. Aufruf zur Projekteingabe: Förderung verantwortungsvoller (VGGT-konformer) Agrarinvestitionen
  3. Aufruf zur Projekteingabe: Agrobiodiversität für Ernährungssicherheit und Ernährung
  4. Aufruf zur Projekteingabe: Ernährung in Sekundärstädten

Ausführliche Informationen zu den Aufrufen können den entsprechenden Dokumenten entnommen werden. 

Eingabefristen

Die Unterlagen sind an gpfscallforproposals@eda.admin.ch zu schicken.

  • 22. Juni 2020: Frist für Fragen per E-Mail (1. Runde)
  • 6. Juli 2020: Frist für Fragen per E-Mail (2. Runde)
  • 28. August 2020, 24:00 MEZ: Projekteingabe per E-Mail
  • Ende Oktober 2020: Entscheid