Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria – Globaler Fonds

Der Globale Fonds ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, Epidemien wie Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria zu beseitigen. Der Globale Fonds wurde 2002 als Partnerschaft zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und erkrankten Menschen in Genf gegründet. Er hat den Auftrag, zusätzliche Finanzmittel zu beschaffen und bereitzustellen, um die von lokalen Fachpersonen durchgeführten Programme in den am meisten benachteiligten Ländern und Gemeinschaften zu unterstützen. 

Der Globale Fonds wurde gegründet, um Finanzmittel zur Bekämpfung von drei der verheerendsten Krankheiten, unter denen die Ärmsten und Schwächsten unverhältnismässig oft leiden, zu beschaffen, zu verwalten und zu investieren. Er sammelt jährlich knapp 4 Milliarden USD und vergibt diese in Form von Zuschüssen, um die Durchführung von Programmen zur Bekämpfung von Aids, TB und Malaria in einkommensschwachen Ländern und Regionen zu unterstützen, die von den Folgen dieser Krankheiten schwer betroffen sind. Durch die Partnerschaft mit dem Globalen Fonds unterstützt die Schweiz Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen dabei, das Gesundheitsniveau ihrer Bevölkerung zu verbessern. Der Globale Fonds tut dies, indem er unter anderem hochwertige Arzneimittel, Diagnostika und weitere für die Bekämpfung der Krankheiten unerlässliche Produkte wie Moskitonetze beschafft.

Hintergrund

Der Globale Fonds ist das wichtigste multilaterale Finanzierungsinstrument für die Bekämpfung von Malaria, TB und HIV/Aids, insbesondere in einkommensschwachen Ländern, in denen diese Krankheiten endemisch sind.

Von 2002 bis 2018 hat der Globale Fonds:

  • 19,6 Milliarden USD in Programme zur Prävention und Behandlung von HIV und Aids investiert und stellt zurzeit 20% aller internationalen Mittel bereit, die in die Bekämpfung dieser Krankheit fliessen.
  • 8,2 Milliarden USD für TB-Programme ausgegeben und stellt derzeit 69% aller für die Tuberkulosebekämpfung eingesetzten internationalen Finanzmittel zur Verfügung.
  • 11,4 Milliarden USD in Malariakontrollprogramme investiert und stellt aktuell 57% der für Malariabekämpfung eingesetzten internationalen Mittel bereit.

Zahlen und Fakten

Trotz jahrelanger bemerkenswerter Fortschritte im Kampf gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria mit 27 Millionen geretteten Menschenleben ist das Ziel, diese Epidemien zu beenden, noch nicht erreicht. Täglich werden fast 1000 heranwachsende Mädchen und junge Frauen mit HIV infiziert. Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria. TB ist nach wie vor die tödlichste Infektionskrankheit der Welt.

Der Globale Fonds arbeitet mit Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGO), dem Privatsektor, Entwicklungsorganisationen und den von diesen Krankheiten betroffenen Gemeinschaften zusammen. Das Finanzierungsmodell des Globalen Fonds ist leistungsabhängig, d. h. abhängig von überprüfbaren Ergebnissen der Partner. Dies sorgt für eine rationelle und effiziente Programmumsetzung und ein sorgfältiges Ergebnismonitoring.

Ziele des Globalen Fonds

Die Strategie 2017–2022 «Investieren, um Epidemien zu beenden» bekräftigt den Kernauftrag des Globalen Fonds und hält gleichzeitig fest, dass die Bemühungen zur Beendigung der drei Krankheiten mit Anstrengungen zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen einhergehen müssen. Sie legt vier strategische Ziele fest:

  1. Grösstmögliche Wirkung im Kampf gegen HIV/Aids, TB und Malaria
  2. Schutz und Förderung der Menschenrechte und der Geschlechtergleichstellung
  3. Aufbau belastbarer und nachhaltiger Gesundheitssysteme
  4. Mobilisierung zusätzlicher Mittel

Die Umsetzung dieser Strategie wird zur Bekämpfung der drei Krankheiten im Einklang mit den entsprechenden globalen Leitlinien zu HIV/Aids, TB und Malaria von UNAIDS, der WHO sowie den Partnerschaften Stop TB und Roll Back Malaria sowie zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen.

Strategie 2017–2022 des Globalen Fonds (en)

Ergebnisse

Von 2002 bis Ende 2016 wurden über die vom Globalen Fonds unterstützten Programme folgende kumulative Ergebnisse erzielt:

  • Ein Rückgang der Anzahl Todesfälle aufgrund von HIV/Aids, TB und Malaria um ein Drittel in den Ländern, in denen der Globale Fonds investiert.
  • 11 Millionen Personen machen eine antiretrovirale Therapie gegen HIV – mehr als die Hälfte der weltweit Anspruchsberechtigten.
  • 17,4 Millionen Personen wurden wegen TB behandelt.
  • 795 Millionen Moskitonetze wurden im Rahmen von Malariakontrollprogrammen verteilt.

Strategie 2012–2016 des Globalen Fonds (en)

Engagement der Schweiz

Prioritäten der Schweiz

Die Prioritäten des Globalen Fonds stehen in Einklang mit den strategischen Zielen der Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit 2017–2020 der Schweiz, in der Gesundheit ein Schwerpunktthema ist. Die Partnerschaft mit dem Globalen Fonds trägt zu den Zielen der schweizerischen Gesundheitszusammenarbeit bei, die in der Gesundheitsaussenpolitik der Schweiz und der Gesundheitspolitik der DEZA definiert sind.

Die Schweiz strebt durch die Zusammenarbeit mit dem Globalen Fonds folgende Ziele an:

  • weltweit anerkanntes Schweizer Fachwissen mobilisieren, z. B. im Kampf gegen Malaria.
  • sicherstellen, dass die vom Globalen Fonds unterstützten Programme auf die Massnahmen anderer Gesundheitsakteure wie der WHO abgestimmt sind und mit den nationalen Gesundheitsplänen in Einklang stehen; Dies gilt insbesondere für Länder, wo sich die Schweiz in der Gesundheitszusammenarbeit engagiert, so dass sie diese Erfahrungen in den Leitungsgremien der multilateralen Organisationen einbringen kann.
  • die Koordinationsstrukturen auf Länderebene (Country Coordinating Mechanisms) stärken, die es den verschiedenen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren im Gesundheitswesen ermöglichen, gemeinsam die Bedürfnisse des Landes zu ermitteln, Zuschüsse beim Globalen Fonds zu beantragen und deren Verwendung zu überwachen.
  • zu Lösungen beitragen, die eine langfristige Kontrolle der Epidemien auch nach Auslaufen der Finanzierung durch den Globalen Fonds sicherstellen.
  • institutionelle Verbesserungen beim Globalen Fonds unterstützen, insbesondere durch ein wirksames Risikomanagement, eine gelebte Corporate Governance und vorbildliches ethisches Verhalten.

Beiträge der Schweiz

Die Schweiz stellt für den Zeitraum 2017–2019 einen Kernbeitrag von 57 Millionen CHF zur Verfügung. Ausserdem bietet sie über das Gesundheitsprogramm BACKUP Health zusammen mit Deutschland fachliche Unterstützung zur besseren Durchführung der vom Globalen Fonds finanzierten Programme an.

Die Schweiz teilt sich mit Kanada und Australien einen Sitz im Verwaltungsrat des Globalen Fonds. Durch ihr aktives Engagement im Verwaltungsrat nimmt die Schweiz Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Globalen Fonds.

Die Schweiz hat sich an der Erarbeitung der Strategie 2017–2022 des Fonds proaktiv beteiligt und darauf hingewirkt, dass der «Aufbau belastbarer und nachhaltiger Gesundheitssysteme» als strategisches Ziel verankert wird. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung des Ansatzes des Fonds, weg von einem rein krankheitsbasierten Fokus hin zu einem umfassenderen Beitrag an eine flächendeckende Gesundheitsversorgung. Dies ist unabdingbar angesichts der Veränderungen im epidemiologischen Umfeld.

Die Schweiz engagiert sich seit langem auf multilateraler und bilateraler Ebene für die Stärkung nationaler Koordinationsstrukturen auf Länderebene (Country Coordinating Mechanisms), welche die Eigenverantwortung der Länder im Gesundheitsbereich fördern.