Mittlerer Osten (Syrien, Libanon, Jordanien, Irak)

Aufgrund der vergangenen und anhaltenden bewaffneten Konflikte sind die humanitären Bedürfnisse im Mittleren Osten enorm. Die Schweiz stellt Hilfe und Dienstleistungen zum Schutz der von Gewalt betroffenen Bevölkerung bereit und bemüht sich um Frieden und die Prävention gewaltsamer Konflikte. Sie unterstützt nachhaltiges Wassermanagement, eine qualitativ hochwertige Bildung und die Schaffung von Einkommensquellen für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Migrierende. Sie engagiert sich für Aufnahmegemeinschaften im Irak, in Jordanien, im Libanon, in Syrien und in der Türkei.

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Der Mittlere Osten steht nach wie vor im Fokus der internationalen Gemeinschaft und der Schweiz. Vergangene und gegenwärtige Konflikte haben zu Verstössen gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht geführt. Die Syrienkrise hat seit 2011 das Leben von mindestens 12 Millionen Menschen beeinträchtigt. Mehr als 5,5 Millionen Syrerinnen und Syrer sind in den Nachbarländern (Libanon, Jordanien, Türkei und Irak) als Flüchtlinge registriert und 6 Millionen gelten als Binnenvertriebene. Die Zahl der Rückkehrenden ist äusserst gering. Seit Beginn des Kriegs wurde rund eine halbe Million Menschen getötet, unzählige Personen wurden festgenommen oder gelten als vermisst. Der Irak befindet sich im Übergang von einer Notsituation zu einer Wiederaufbauphase. Es gibt jedoch nach wie vor rund 1,6 Millionen Binnenvertriebene und fast 7 Millionen Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Der anhaltende Konflikt überfordert die Aufnahmegemeinschaften und Regierungen.

Das übergeordnete Ziel der Schweiz im Mittleren Osten ist die Schaffung eines sicheren Umfelds für konfliktbetroffene und verletzliche Menschen. Dabei stehen die Rettung von Menschenleben, die Stärkung der Gemeinschaften, eine Verringerung der Fragilität und Entwicklungsperspektiven im Vordergrund. Auf politischer Ebene fördert die Schweiz eine gute Regierungsführung und die Achtung der Menschenrechte, einschliesslich der Flüchtlingsrechte, sowie des humanitären Völkerrechts. Ausserdem ist sie aktiv in der Konfliktprävention und -transformation.

Schutz und Migration

Schutz der konfliktbetroffenen und verletzlichen Bevölkerung in Syrien

In Syrien gibt es wegen des anhaltenden Konflikts über 6 Millionen Binnenvertriebene. Im Durchschnitt wurden die Menschen seit Beginn der Krise zwei- bis dreimal vertrieben, was ihre Verletzlichkeit erhöht. Diese besonders gefährdeten Menschen brauchen Unterkünfte, Wasser, Bildung und andere Dienstleistungen. Die Schweiz unterstützt bedürftige Haushalte mit Geldleistungen und Schulungen, damit sie ihre Grundbedürfnisse, einschliesslich Sicherung der Lebensgrundlagen, decken können. 

Katastrophenvorsorge, Nothilfe und Wiederaufbau

Wasser, Hygiene und sanitäre Anlagen

Verbesserter Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen im Bekaa-Tal, Libanon

Im Libanon leben mehr als eine Million syrische Flüchtlinge. Der Druck auf natürliche Ressourcen wie Wasser ist folglich sehr hoch. Im an Syrien angrenzenden Bekaa-Tal unterstützt die DEZA die lokale Wasserbehörde bei der Überwachung des Wasser- und Abwassersystems. Die DEZA arbeitet mit dem Bekaa Water Establishment zusammen, um die Aufnahmegemeinschaften und die im Tal lebenden syrischen Flüchtlinge mit sauberem Wasser zu versorgen.

Wasser

Bildung und Einkommen

Verbesserung der Qualität und Förderung integrativer Bildungssysteme

Konflikte und Vertreibungen belasten die ohnehin schon geschwächte lokale Volkswirtschaft zusätzlich. Die Schweiz will mit ihrem Engagement die wirtschaftlichen Auswirkungen abfedern, indem sie einen gerechten Zugang zu Bildung und Einkommen fördert. Durch die Stärkung der nationalen Bildungskapazitäten will sie die Lernfähigkeit von Kindern verbessern, zur Erreichung ihres Lernpotenzials beitragen und den Abschluss der obligatorischen Schule fördern. Zudem unterstützt sie Verdienstmöglichkeiten und den Privatsektor, fördert rechtliche Rahmenbedingungen für menschenwürdige Einkommen und verbessert die Perspektiven von Frauen und Männern. Durch die Einbeziehung der Aufnahmegemeinschaften und Flüchtlinge in Bildungs- und Einkommensvorhaben soll die soziale Kohäsion gestärkt und weitere Gewalt verhindert werden.

Grund- und Berufsbildung

Friedensförderung und Konfliktprävention

Bedingungen für Frieden und Versöhnung

Die Schweiz will die Ursachen von Gewalt bekämpfen und gewalttätige Konflikte verhindern. Sie fördert den Frieden durch die Wiederherstellung von Beziehungsnetzen und sozialen Systemen, die den Bedürfnissen der gesamten Bevölkerung entsprechen, und durch Konfliktlösungen. Dabei zieht die Schweiz staatliche und nichtstaatliche Akteure auf lokaler und nationaler Ebene in die Prozesse ein und fördert angemessene rechtliche und politische Rahmenbedingungen.

Ansatz und Partner

Die Ursachen der anhaltenden Konflikte im Mittleren Osten und deren Zusammenhänge verlangen nach einer regionalen Lösung. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) und das Staatssekretariat für Migration (SEM) arbeiten im Rahmen eines «Whole of Government»-Ansatzes eng zusammen, um die Ziele der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz in der Region zu erreichen.

Die DEZA konzentriert sich dabei auf vier Schwerpunkte:

  1. Geld- und Sachbeiträge an humanitäre und Entwicklungsorganisationen,
  2. Direktaktionen,
  3. Entsendung von technischen Expertinnen und Experten des Schweizerisches Korps für humanitäre Hilfe an UNO-Organisationen und
  4. Förderung der internationalen Koordination und der humanitären Diplomatie.

Die AMS unterstützt multilaterale und nationale Akteuren mit ihrem Fachwissen durch die Entsendung von Expertinnen und Experten des Schweizerischen Expertenpools für zivile Friedensförderung des EDA oder eigenen Mitarbeitenden. Sie fördert und ermöglicht Dialoge und Kapazitätsaufbau im direkten Austausch oder über NGO. Sie unterstützt internationale und nationale NGO fachlich und finanziell.

Zu den wichtigsten Akteuren der Schweiz in der Region zählen: 

  • nationale und lokale Akteure in den betroffenen Ländern
  • internationale Organisationen: u. a. das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)
  • multilaterale Organisationen: das Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR), das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), das Büro des Sondergesandten für Syrien, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) usw.
  • lokale Organisationen der Zivilgesellschaft
  • internationale und schweizerische NGO: u. a. Terre des hommes und MEDAIR

Aktuelle Projekte

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IRQ Oxfam – Integrated WASH and Protection response to conflict affected communities in Diyala governorate

01.09.2017 - 28.02.2020

A majority of people living in rural northern Diyala do not have access to potable water which results in communities utilizing unsafe sources like rivers and irrigation channels. The lack of solid waste management systems further aggravates the poor health conditions within this area. This project aims at reducing water and sanitation related risks and increasing access to clean water for IDPs, returnees and host communities living in the districts of Kifri and Khanaqin. It also helps particularly vulnerable families access protection services.

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Libanon: Bildung und Gesundheitsversorgung in einem Stadtteil, in dem Libanesen, Syrer und Palästinenser zusammenleben

Klassenzimmer mit einer Lehrerin, die vor einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern sitzt und ein Buch zeigt.

01.08.2016 - 31.12.2020

Die Menschen im Stadtteil Hay Al-Gharbeh im Süden Beiruts leben unter sehr prekären Umständen. Seit 2012 leben dort auch syrische Flüchtlinge. Die DEZA unterstützt die libanesische NGO Tahaddi, die mit ihrem Leistungsangebot die Lebensbedingungen der Bevölkerung dieses Vororts erheblich verbessert. Das Tahaddi-Bildungszentrum beispielsweise ermöglicht es zahlreichen Kindern, die Schule (wieder) zu besuchen und dem Elend zu entfliehen. 

Land/Region Thema Periode Budget
Libanon
Bildung
Gesundheit
Grundbildung
Primäre Gesundheitsversorgung
Medizinische Dienstleistungen

01.08.2016 - 31.12.2020


CHF 1'270'000



Decent Work for Migrants in the Middle East

15.07.2019 - 30.06.2023

This program contributes to decent work opportunities for migrants and refugees in the Middle East which is one of the largest migrant hosting regions globally due to economic demands and displacement from conflict. It complements the focus on Asian migrants with migrants from Africa and seek closer partnership with the private sector. Due to its relevant expertise and experience in decent work and fair recruitment, Switzerland is well placed to contribute to an improved protection and an enhanced wellbeing of migrant workers and self-reliance for refugees, to maximize the productive potential of migration, and to counter irregular and unsafe migration.


Small Actions Credit Line (Quick Impact)

01.03.2019 - 31.12.2021

The Small Actions Credit Line (Quick Impact) is a humanitarian instrument of the Swiss Embassy's cooperation office that allows a fast response to requests for moderate one-time funding of limited duration. It enables the Embassy's cooperation office in Lebanon to fund small scale development or humanitarian activities that addresses needs of refugees, IDPs, vulnerable migrants or communities at risk, supports the strategic strengthening of the portfolio of the Swiss Cooperation Strategy Middle East and which contribute to the visibility of Swiss presence in the region.


LEB – Improved Water Resources Monitoring and Integrated Water Resources Management in the North of Lebanon

01.07.2017 - 30.09.2021

For over five years now, the Syria crisis is continuing to affect middle-income neighbouring countries. As a result, Lebanon hosts the highest number of refugees per capita in the world. The weak governance of the Government has been worsened with the burden of the refugees from Syria and Palestine who use the same overstretched infrastructure and public services. The project aims at enabling the water authorities to better manage the water sector for the benefit of the vulnerable communities in the North of the country.


Schweiz setzt Unterstützung für Palästina-Flüchtlinge

eine Klasse mit Mädchen Studenten

01.01.2017 - 31.12.2020

Die UNRWA ist seit der Gründung des Hilfswerks 1949 eine strategische Partnerin der Schweiz im Nahen Osten. Der Beitrag der Schweiz ist in erster Linie für den Zugang der betroffenen Bevölkerung zu Bildung, Gesundheitsvorsorge und sozialen Dienstleistungen bestimmt. Auf diese Weise trägt die Schweiz dazu bei, Perspektiven zu schaffen, das Risiko einer Radikalisierung junger Leute zu reduzieren und die Stabilität in der Region zu verbessern.

Land/Region Thema Periode Budget
Jordanien
Libanon
Palästinensische Behörde
Syrien
Bildung
Gesundheit
Humanitäre Hilfe & DRR
Grundbildung
Primäre Gesundheitsversorgung
Schutz, Zugang & Sicherheit

01.01.2017 - 31.12.2020


CHF 89'000'000



LEB Direct Action - contribution to improved access to water and sanitation services in Bekaa Valley

01.10.2015 - 30.09.2020

The delivery of Water and Sanitation services by the Bekaa Water Establishment (BWE) has been partly disrupted since the massive arrival of refugees from Syria, due to a high demand on an establishment whose structure and daily operation procedures are inefficient. SDC intends to support the much needed development of the BWE to improve the quality of its services to all, Lebanese host communities as well as refugee populations.

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Schweiz setzt Unterstützung für Palästina-Flüchtlinge

eine Klasse mit Mädchen Studenten

01.01.2017 - 31.12.2020

Die UNRWA ist seit der Gründung des Hilfswerks 1949 eine strategische Partnerin der Schweiz im Nahen Osten. Der Beitrag der Schweiz ist in erster Linie für den Zugang der betroffenen Bevölkerung zu Bildung, Gesundheitsvorsorge und sozialen Dienstleistungen bestimmt. Auf diese Weise trägt die Schweiz dazu bei, Perspektiven zu schaffen, das Risiko einer Radikalisierung junger Leute zu reduzieren und die Stabilität in der Region zu verbessern.

Land/Region Thema Periode Budget
Jordanien
Libanon
Palästinensische Behörde
Syrien
Bildung
Gesundheit
Humanitäre Hilfe & DRR
Grundbildung
Primäre Gesundheitsversorgung
Schutz, Zugang & Sicherheit

01.01.2017 - 31.12.2020


CHF 89'000'000


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Relief International: Providing educational opportunities for Syrian refugees in Za’atari and Azraq camps

01.01.2019 - 31.08.2020

SDC’s contribution will help to maintain essential education services provided by Relief International (RI) for Syrian refugee children and youth in Za’atari and Azraq camps especially after the drastic funding cuts announced by UNICEF in June 2018. The project contributes to retain school-aged refugee children in the formal education system by providing support through: 1) Remedial Education services for in-school children with learning difficulties and 2) the certified drop-out programme for out-of-school children who can only go back to school if they complete the programme.



JOR Sanitation Solutions for Underserved Communities in Jordan

01.07.2017 - 30.06.2027

In Jordan water supply from conventional water sources has come to its limits. Appropriate sanitation solutions will minimize the risks for public health and reduce the hazards of environmental pollution. Additionally these will cut the costs for sanitation operations and free resources for other purposes. Thus the project will contribute to the much needed decoupling of population and economic growth from resource consumption and pollution of the environment.


Sanitation Solutions for Underserved Communities in Jordan

01.07.2017 - 30.11.2021

The amount of water available from conventional sources in Jordan is decreasing dangerously, the population is increasing constantly and additional sources are needed urgently. By using treated wastewater as an alternative resource Jordan could reduce its dependence on fresh water. Proven Swiss expertise in the sanitation sector aims at increasing the efficiency of wastewater treatment systems and on turning wastewater streams into physical and financial resources. This will not only provide additional water but also reduce health risks and protect groundwater.


Schweiz setzt Unterstützung für Palästina-Flüchtlinge

eine Klasse mit Mädchen Studenten

01.01.2017 - 31.12.2020

Die UNRWA ist seit der Gründung des Hilfswerks 1949 eine strategische Partnerin der Schweiz im Nahen Osten. Der Beitrag der Schweiz ist in erster Linie für den Zugang der betroffenen Bevölkerung zu Bildung, Gesundheitsvorsorge und sozialen Dienstleistungen bestimmt. Auf diese Weise trägt die Schweiz dazu bei, Perspektiven zu schaffen, das Risiko einer Radikalisierung junger Leute zu reduzieren und die Stabilität in der Region zu verbessern.

Land/Region Thema Periode Budget
Jordanien
Libanon
Palästinensische Behörde
Syrien
Bildung
Gesundheit
Humanitäre Hilfe & DRR
Grundbildung
Primäre Gesundheitsversorgung
Schutz, Zugang & Sicherheit

01.01.2017 - 31.12.2020


CHF 89'000'000



Rehabiltiation of public schools accomodating Syrian refugee children

01.04.2016 - 31.12.2020

Education is one of the public sectors particularly under pressure due to the influx of refugees. There are currently 143,000 school-aged Syrian refugees enrolled in public schools in Jordan, another approx. 83,000 remain out of school. Overstretched infrastructure and lack of space are major challenges. SDC will continue to support the Ministry of Education (MoE) in non-structural rehabilitation of schools accommodating Syrian refugees, including water and sanitation facilities, contributing to increase the accommodating capacities. The project will also include an awareness component addressing maintenance issues.


Reduce vulnerability in Jordan in the context of water scarcity and increasing food/energy demand

01.12.2015 - 31.07.2020

The rationale of this project is to reduce vulnerability of rural Jordanian and other disadvantaged communities in the context of water scarcity for agriculture, increased demand for food and livelihood provision from growing populations, and rising energy demand. To this end, the project pilots a three-pronged, community­ based approach, combining water harvesting, conjunctive use of groundwater, and solar power for lifting irrigation water.


EBRD Economic Inclusion MENA

01.10.2017 - 01.10.2020

Around specific investments the project seeks to equip workers with the necessary skills to get employed. It fosters the inclusion agenda in Egypt, Tunisia, Jordan and Morocco by targeting specifically youth, gender and people from disadvantaged regions.

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