Angewandte Forschung zur Anpassung an den Klimawandel

Projekt abgeschlossen

Bolivien ist von den negativen Auswirkungen des Klimawandels (KW) stark betroffen – insbesondere 500‘000 besonders anfällige in Armut lebende Familien in den Höhenlagen der Anden. Mit dem Projekt soll die Resilienz von armen Familien in den Anden verbessert werden. Mittels eines Wettbewerbs sollen in 4 Jahren rund 100 Forschungsprojekte der zwei bekanntesten Universitäten des Landes finanziert werden. Es geht dabei um angewandte Forschung zu Themen, die den konkreten Bedürfnissen der am stärksten vom KW betroffenen andinen Dorfgemeinschaften entsprechen.

Land/Region Thema Periode Budget
Bolivien
Klimawandel & Umwelt
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Umweltpolitik
Landwirtschaftliche Forschung
Biodiversität
01.06.2013 - 30.06.2019
CHF 4'770'000
Hintergrund

Laut Angaben des zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) gehören die bolivianischen Anden zu den Regionen mit der höchsten ökologischen Verwundbarkeit. Schätzungen zufolge werden die Temperaturen bis zum Jahr 2030 um 2 ºC, bis zum Jahr 2100 gar um bis zu max. 6 ºC steigen. Dies führt allgemein zu einer Reduktion der Niederschläge in den Trockenzonen Boliviens, in den feuchten Regionen hingegen wird es mehr regnen. Am kritischsten ist die Situation auf der Hochebene (Altiplano) und in den andinen Tälern, die Höhenlagen zwischen 800 bis über 4000 m.ü.M. umfassen. Die Armut ist gross, die Ökosysteme sind anfällig. Hinzu kommen die starke Waldrodung und Veränderungen in der Bodennutzung. Dies alles führt zu einer hohen sozialen und ökologischen Verwundbarkeit. Die Anpassung an den Klimawandel ist in der bolivianischen Verfassung (2009) sowie im bolivianischen Rahmengesetz für die Mutter Erde, integrale Entwicklung und „el vivir bien“ („Ley Marco de la Madre Tierra y Desarrollo Integral para Vivir Bien“ – 2012) als Priorität verankert. Eine der Massnahmen für die Bekämpfung der ökologischen Verwundbarkeit und der Auswirkungen des KW ist eine Agenda für angewandte Forschung, mit der das nötige Wissen für die Implementierung von Massnahmen der Anpassung an den Klimawandel geschaffen werden soll. Bolivien braucht Unterstützung bei der Implementierung dieser Agenda, deren Ziel die Stärkung der Resilienz der am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffenen Bevölkerungsgruppen ist.

Ziele

Durch die Erhöhung der Resilienz gegenüber den negativen Auswirkungen des Klimawandels leistet das Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen ländlicher Bevölkerungsgruppen in den bolivianischen Anden.

Zielgruppen
  1. 500.000 arme und den negativen Auswirkungen des Klimawandels gegenüber verletzliche Familien in der Andenregion Boliviens.
  2. 600 Techniker/innen und Entscheidungungsträger/innen von 90 Munizipalregierungen, Produzentenverbänden, NROs und 82 Forschungsinstituten
Mittelfristige Wirkungen
  1. Die angewandte Forschung hat wissenschaftliche Erkenntnisse guter Qualität geliefert zum Thema Anpassung an den Klimawandel in ländlichen Gebieten der Andenregion.
  2. Die Forschungsergebnisse sind den relevantesten Akteuren der ländlichen Entwicklung in der Andenregion in attraktiver Form kommuniziert worden.
  3. Wissenschaftliche Kapazitäten und Forschungsmanagement der zwei Universitäten sind gestärkt.

 

Resultate

Resultate von früheren Phasen:  

Die Schweiz arbeitet seit über 40 Jahren mit bolivianischen Universitäten zusammen und verfügt somit über umfassende und erfolgreiche Erfahrung. Als einige der wichtigsten bisherigen Ergebnisse können folgende genannt werden:

  • Forschungsarbeiten zum Thema Aufwertung der andinen Landwirtschaft: 2‘000 Kleinbauernfamilien haben Dank des wissenschaftlich gestützten agroökologischen Ansatzes des Universitätsinstituts AGRUCO, das besonderen Wert auf die Wiederbelebung andiner Praktiken legt, ihre Produktion verbessert
  • Studien zum Thema landwirtschftliche Mechanisierung für Kleinproduzenten/innen: Als Ergebnis der Studien ist ein Unternehmen gegründet wurden, das allein in den vergangenen 5 Jahren 25‘000 landwirtschaftliche Maschinen verkauft hat. Profitiert davon haben 125‘000 Kleinbauern/innen, die Dank der Maschinen ihre Produktionskosten bedeutend senken konnten.
  • Studie zu Futtersaatgut: Auch hier konnte auf der Grundlage der Forschungsergebnisse eine Firma gegründet werden. Sie hat sich inzwischen zum wichtigsten Futtersaatgutlieferant Boliviens entwickelt und arbeitet direkt mit 1‘500 kleinen Saatgutproduzenten/innen zusammen. 15‘200 Tonnen Saatgut hat sie bisher verkauft – das sind 1.4 Mio. ha Saatfläche mit entsprechend positivien Auswirkungen auf Fleisch- und Milchproduktion.

 


Verantwortliche Direktion/Bundesamt DEZA
Kreditbereich Entwicklungszusammenarbeit
Projektpartner Vertragspartner
Ausländische Hochschul- und Forschungsinstitution
Privatsektor
  • Ausländischer Privatsektor Norden
  • Ausländischer Privatsektor Süden/Osten
  • Research Organisation of South East
  • Universidad Mayor de San Simón, UMSS Universidad Mayor de San Andres, UMSA Bolivianisches Vizeministerium für Wissenschaft und Technik (Vice ministerio de Ciencia y Tecnología)


Budget Laufende Phase Schweizer Beitrag CHF   4'770'000 Bereits ausgegebenes Schweizer Budget CHF   4'717'235
Projektphasen

Phase 1 01.06.2013 - 30.06.2019   (Completed)