Luftverkehr

Ein Fugzeug mit Wolken im Hintergrund.
Das Abkommen regelt den Zugang von Schweizer Fluggesellschaften zum liberalisierten europäischen Luftverkehrsmarkt. © Rolf Weiss

Das Luftverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU) von 1999 regelt den Zugang von Schweizer Fluggesellschaften zum liberalisierten europäischen Luftverkehrsmarkt. Durch die Gewährung von Verkehrsrechten und das Diskriminierungsverbot werden Schweizer Fluggesellschaften denjenigen aus der EU weitgehend gleichgestellt. Für Passagiere bedeutet dies tendenziell tiefere Preise und eine grössere Auswahl an Flugverbindungen. 

Die Schweiz hatte vor dem Abschluss des Luftverkehrsabkommens 1999 mit nahezu allen damaligen EU-Mitgliedstaaten eine Vielzahl von bilateralen Abkommen im Bereich des Luftverkehrs abgeschlossen. Diese Verträge werden heute vom Luftverkehrsabkommen mit der EU überlagert. Die Bestimmungen der früheren Abkommen kommen nur noch da zur Anwendung, wo ihr Geltungsbereich bzw. die Rechte, die auf ihrer Grundlage gewährt werden, über die Bestimmungen im Luftverkehrsabkommen Schweiz–EU hinausgehen.

Das Inkrafttreten des Luftverkehrsabkommens fiel in eine ausgesprochen turbulente Phase der Luftverkehrsindustrie (Grounding der Swissair am 2. Oktober 2001). Die Hürden beim Zugang zum europäischen Markt, die ebenfalls eine Rolle im Swissair-Konkurs gespielt hatten, wurden inzwischen schrittweise aufgehoben. Seit dem 1. Juni 2004 haben Schweizer Fluggesellschaften dank des Abkommens ausserdem die Möglichkeit, Flugverbindungen zwischen zwei EU-Mitgliedstaaten zu betreiben.

Luftverkehrsabkommen: Gleiche Bedingungen für schweizerische und europäische Fluggesellschaften

Das Luftverkehrsabkommen sichert den Schweizer Fluggesellschaften nahezu dieselben Wettbewerbsbedingungen zu, die auch für ihre Konkurrenten aus der EU gelten. Es ist für deren Erfolg auf dem hart umkämpften Luftverkehrsmarkt von entscheidender Bedeutung. Auf der Grundlage dieses Abkommens können die Schweizer Fluggesellschaften die von ihnen gewünschten Destinationen mit beliebig grossen Luftfahrzeugen anfliegen. Dies ermöglicht eine bessere Flottenauslastung und senkt die Produktionskosten. Ausserdem können die Fluggesellschaften die Tarife frei gestalten, weil Genehmigungen von Tarifen nicht mehr erforderlich sind.

Umgekehrt verstärkte die Öffnung des Schweizer Marktes für ausländische Fluggesellschaften den Wettbewerb und führte zu neuen Linienverbindungen ins Ausland. Verschiedene Flugverbindungen werden seither auch von ausländischen Fluggesellschaften bedient, die dadurch ihrerseits vom Abkommen profitieren. Vor allem die Billig-Fluggesellschaften konnten ihre Marktanteile erheblich steigern. Für die Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das tendenziell tiefere Preise sowie zusätzliche und bessere Flugverbindungen. Im Linien- und Charterverkehr liegt die Reisedestination für knapp 70% der 31Mio. Passagiere aus der Schweiz innerhhalb Europas. 

Chronologie

  • 01.06.2002: Inkrafttreten des Abkommens
  • 21.05.2000: Genehmigung des Abkommens im Rahmen der Abstimmung zu den Bilateralen I durch das Volk (mit 67,2% Ja-Stimmen)
  • 21.06.1999: Unterzeichnung des Abkommens (im Rahmen der Bilateralen I)