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Veröffentlicht am 23. Juli 2026

Bilaterale Beziehungen Schweiz–Sudan

Obwohl der Sudan über ein grosses wirtschaftliches Potenzial verfügt, bleiben die bilateralen Handels- und Investitionsbeziehungen begrenzt. Die Schweiz ist im Bereich der humanitären Hilfe, der Friedensförderung sowie in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Der Sudan gehört zum Grossen Horn von Afrika, einer Schwerpunktregion der Afrika-Strategie 2025–2028 der Schweiz.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweiz erkannte den unabhängigen Sudan 1956 an und nahm 1960 diplomatische Beziehungen auf. Ein Jahr später eröffnete sie eine diplomatische Vertretung in der Hauptstadt Khartum. Die Schweizer Botschaft in Khartum ist seit dem 23. April 2023 vorübergehend geschlossen. Seit März 2025 ist der Schweizer Botschafter in Kairo zugleich als Geschäftsträger (Chargé d’Affaires) für den Sudan akkreditiert.

Seit Beginn des Konflikts im April 2023 hat die Schweiz ihr humanitäres und friedenspolitisches Engagement im Sudan deutlich verstärkt. Die Schweiz hat seit Kriegsausbruch bereits rund 266 Millionen US-Dollar für humanitäre Hilfe sowie für Massnahmen der Entwicklungszusammenarbeit und der Friedensförderung im Sudan und in den Nachbarländern bereitgestellt (Stand Juli 2026).

Datenbank Staatsverträge

Engagement der Schweiz im Sudan: Aktuelles

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Seit Beginn des Krieges ist der bilaterale Handel gegenüber dem Vorkriegs-Handelsvolumen von 34 Millionen Franken im Jahr 2022 deutlich zurückgegangen. Die Schweizer Exporte in den Sudan bestehen hauptsächlich aus Maschinen, Elektronik und Geräten sowie chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen.

Im Dezember 2020 strichen die Vereinigten Staaten den Sudan von ihrer Liste der Staaten, die den Terrorismus unterstützen. Im Einklang mit ihren internationalen Verpflichtungen setzt die Schweiz die Sanktionen der Vereinten Nationen weiterhin um.

Handelsförderung, Switzerland Global Enterprise SGE

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Forschende mit sudanesischer Staatsangehörigkeit können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um ein Exzellenz-Stipendium der Schweizer Regierung bewerben.

Bundes-Exzellenz-Stipendien für ausländische Forschende und Kunstschaffende, SBFI

Friedensförderung und menschliche Sicherheit

Zu den früheren friedenspolitischen Initiativen der Schweiz zählt ihr Beitrag zum Waffenstillstandsprozess (Waffenstillstandsabkommen für die Nuba-Berge), der 2002 in der Schweiz ausgehandelt und unterzeichnet wurde. Das Abkommen ebnete den Weg für weiterführende Verhandlungen, die 2005 zur Unterzeichnung des Umfassenden Friedensabkommens zwischen der sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) und der sudanesischen Regierung führten.

Im Jahr 2021 beschloss die Schweiz, ihre Zusammenarbeit mit dem Sudan in den Bereichen Friedensförderung, Unterstützung des demokratischen Übergangs sowie Förderung der Menschenrechte zu verstärken.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die Schweiz verfügt über ein langjähriges humanitäres Programm im Sudan, das die besonders gefährdete Bevölkerung unterstützt. Heute zählt der Sudan zu den Schwerpunktländern der schweizerischen humanitären Hilfe und Friedenspolitik. Die Unterstützung erfolgt sowohl innerhalb des Sudan als auch in den betroffenen Nachbarländern.

Die Schweiz setzt ihre Unterstützung der sudanesischen Bevölkerung mit ihrem Kooperationsprogramm 2026–2029 fort, das sich auf Friedenspolitik (Konfliktlösung und Friedensförderung), den Schutz der Zivilbevölkerung sowie Ernährungssicherheit und die Sicherung der Lebensgrundlagen konzentriert.

Die humanitäre Hilfe der Schweiz konzentriert sich auf Ernährungssicherheit und die Sicherung der Lebensgrundlagen, den Schutz der Zivilbevölkerung sowie Migration. Neben der Nothilfe unterstützt die Schweiz auch die Entwicklung langfristiger Lösungen für Binnenvertriebene und Flüchtlinge.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Kulturaustausch

Der Schweizer Archäologe und emeritierte Professor der Universität Genf, Charles Bonnet, führte während fast eines halben Jahrhunderts Ausgrabungen und Forschungen in der nubischen Wüste durch. Seine Arbeiten trugen wesentlich zum Verständnis des Königreichs Kerma und der antiken Stadt Dukki Gel bei. Im Januar 2003 leitete er ein Schweizer Archäologenteam, das in Dukki Gel sieben monumentale Statuen aus schwarzem Granit von nubischen Königen entdeckte. Diese Pharaonen, bekannt als die «Schwarzen Pharaonen» der 25. Dynastie, herrschten während rund eines Jahrhunderts sowohl über Ägypten als auch über den Sudan.

Um archäologische Funde zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entwickelten und finanzierten die Schweiz und der Sudan gemeinsam das Kerma-Museum, das 2008 eröffnet wurde.

Schweizerinnen und Schweizer im Sudan

Gemäss der Auslandschweizerstatistik lebten im Jahr 2025 insgesamt 14 Schweizer Staatsangehörige im Sudan. Per Mai 2026 lebten gemäss dem Staatssekretariat für Migration (SEM) 1173 sudanesische Staatsangehörige in der Schweiz.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Sudan sind noch relativ jung und durch den Einsatz der Schweiz für die Beilegung von Konflikten und für das humanitäre Völkerrecht geprägt.

Die jahrhundertelange enge Beziehung des Sudan zu Ägypten wurde 1956 formell beendet, als die gemeinsame Behörde des britisch-ägyptischen Kondominiums die Herrschaft über das Land aufgab. Die Schweiz anerkannte den Sudan 1956 als unabhängigen Staat und nahm 1960 diplomatische Beziehungen auf. Ein Jahr später eröffnete sie in der Hauptstadt Khartum eine diplomatische Vertretung.

Sudan, Historisches Lexikon der Schweiz

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis

Dokumente

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