Nachhaltige Weidebewirtschaftung in der Mongolei

Projekt abgeschlossen
Ein mongolischer Hirte zu Pferd führt seine Schafherde durch eine verschneite Ebene.
Die Verwaltung der Weidegebiete durch Hirtengemeinschaften verhindert die Wüstenbildung. © DEZA DEZA

Ein Drittel der mongolischen Bevölkerung, die von der Viehzucht lebt, leidet unter den Auswirkungen der Überweidung. Das Projekt «Grünes Gold» zum Schutz des Weidelandes in der Mongolei bezweckt in erster Linie die kollektive Verwaltung der Weidegebiete durch Hirtengemeinschaften. Dank des Projekts können 100'000 halbnomadische Hirtenfamilien ihr Einkommen aufbessern.

Land/Region Thema Periode Budget
Mongolei
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Landwirtschaftliche Entwicklung
Landwirtschaftliche Dienstleistungen & Markt
Landwirtschaftliche Forschung
Förderung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette (bis 2016)
01.01.2013 - 31.12.2016
CHF 10'580'000

Das Projekt «Grünes Gold» bezweckt in der Mongolei in erster Linie die Förderung einer kollektiven Verwaltung der Weidegebiete durch Hirtengemeinschaften. Das Weideland, das vier Fünftel der Gesamtfläche der Mongolei ausmacht und das Rückgrat der ländlichen Wirtschaft bildet, befindet sich mehrheitlich in einem schlechten Zustand. Zwar ist der Klimawandel teilweise für die Desertifikation verantwortlich, die Hauptursache liegt jedoch in der Überweidung.

Im Zuge des 1990 eingeleiteten Demokratisierungsprozesses wurde das bisher staatliche Weideland zum Gemeingut erklärt. Im ganzen Land gibt es heute rund 170'000 Hirtenfamilien. Der Viehbestand erreichte 2015 mit 56 Millionen Tieren ein Allzeithoch. Dies führt zu einer enormen Belastung der Böden.

Autonome Hirtengemeinschaften

Die DEZA unterstützte die Bildung von Hirtengemeinschaften (Pasture-User Groups, PUG) als autonome Körperschaften, die Weidemanagementpläne ausarbeiten. Sie beschäftigen sich u. a. mit Massnahmen zur Regeneration des beschädigten Weidelandes wie Einzäunung, Rotationspläne und Schonungsphasen oder mit der Verminderung von Katastrophenrisiken. Anfang 2015 gab es landesweit 1500 solche Gemeinschaften mit mehr als 53'000 angeschlossenen Hirten.

Diese Gemeinschaften haben bewiesen, dass die Hirten effiziente und nachhaltige Weidemanagementpläne ausarbeiten und umsetzen können. Ende 2014 hatten 113 dieser Körperschaften 3,4 Millionen Hektar beschädigtes Weideland regeneriert. 5000 Hektar wurden eingezäunt, was zu einer beträchtlichen Steigerung der Futterbestände führte.

Knowhow-Bildung und nachhaltige Einkommen für 100'000 Familien

Im Rahmen des Projektes wurde das Knowhow der mongolischen Hirten gestärkt. Heute verhandeln diese mit den lokalen Behörden über gemeinsame Regeln für das Weidemanagement. Die autonomen Körperschaften werden von den mongolischen Behörden immer stärker mitgetragen und erhalten neben Weidenutzungsrechten auch technische und finanzielle Unterstützung. Einige Gemeinschaften schufen ausserdem Rotationsfonds zur Finanzierung neuer Brunnen, zur Errichtung von Zäunen, zur Bewässerung von Grasland zwecks Heugewinnung und zur Schulung von Hirten. Die Rückzahlung der Darlehen erfolgt laufend in Abhängigkeit der Einkommensverhältnisse der Mitglieder.

Der Schutz und die Pflege der Ökosysteme sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Hirten ein nachhaltiges Einkommen erwirtschaften können. Das Projekt trug somit zur Verbesserung der Lebensgrundlage von 100'000 halbnomadischen Hirtenfamilien im Westen der Mongolei bei. Zu den wichtigsten Zielen gehört auch ein besserer Marktzugang über erfolgversprechende Nischenprodukte wie z. B. qualitativ hochstehende Kamel- oder Yakwolle.