Mikrokredite zur Sicherstellung der Wasserversorgung und zur Generierung von Einkommen

Projekt abgeschlossen

Die ländliche Bevölkerung Westafrikas verfügt nur selten über die Mittel, die für Investitionen in die Wasserversorgung notwendig sind. Die Kleinproduzenten wissen jedoch, dass sie Einkommen generieren könnten, wenn sie Zugang zu Wasser hätten. Um solche Anlagen zu finanzieren, hat die DEZA in Westafrika ein Pionierprojekt im Mikrofinanzbereich entwickelt.

Land/Region Thema Periode Budget
Afrika
Beschäftigung & Wirtschaftsentwicklung
Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
Informal banking & insurance
Landwirtschaftliche Wasserressourcen
01.02.2012 - 31.12.2015
CHF 4'925'000

Dank Mikrokrediten können Kleinbauern Saatgut und Dünger kaufen oder einen Traktor mieten. Solche Kleinkredite eignen sich jedoch weniger für Projekte im Wasserbereich. Brunnenbohrungen und die Realisierung von Bewässerungssystemen erfordern in der Regel kostspielige Investitionen. Die Kredite zur Finanzierung solcher Vorhaben sind mit langen Rückzahlungsfristen verbunden. Wasseranlagen sind jedoch entscheidend für die Entwicklung der Land- und Viehwirtschaft sowie des Gewerbes. Ohne solche einkommensgenerierende Aktivitäten ist die ländliche Bevölkerung der Armut und extremen Klimaereignissen noch stärker ausgesetzt.

Spezielle Mikrokredite für den Wasserbereich
Gemäss einer Studie, die 2011 in vier westafrikanischen Ländern bei den Kunden von Mikrofinanzinstitutionen durchgeführt wurde, planten 82 % ein Wasserprojekt zur landwirtschaftlichen oder gewerblichen Nutzung. Nur 10 % von ihnen erhielten einen Kredit.

Die DEZA engagiert sich für dieses innovative Projekt, um den Erwerb von Infrastrukturanlagen im Wasserbereich zu erleichtern. Das Ziel besteht darin, ein Mikrokreditangebot zu schaffen, das auf solche Investitionen ausgerichtet ist.

Der NGO Pamiga wurde ein Fonds von 3 750 000 Franken zur Verfügung gestellt. Pamiga hat sich auf den Mikrofinanzbereich spezialisiert und ist Partnerin der DEZA für dieses Projekt. Pamiga betreut ein Netzwerk von rund 15 anerkannten Mikrofinanzinstitutionen. Dadurch können diese Institutionen leichter an mittelfristige Kredite gelangen. Sie finanzieren anschliessend ihre Kunden, die ein Projekt im Wasserbereich planen. Die Dienstleistungen von Pamiga und ihren Mikrofinanzinstitutionen werden durch die von den Kreditnehmern bezahlten Zinsen vergütet. Während einer Versuchsperiode, in der sie das finanzielle Risiko trägt, unterstützt die DEZA das technische Know-how, das Pamiga zur Verfügung gestellt wird, um die Mikrokreditprodukte im Wasserbereich zu entwickeln. Falls das Unterfangen erfolgreich ist, werden andere Investoren die DEZA ablösen.

Wasseranlagen, Internetportal und Schulung von Kreditberatern
Die Hälfte der Kunden möchte Motorspritzen zur Bewässerung kaufen. Die andere Hälfte hat unterschiedliche Bedürfnisse: Brunnenbohrungen oder Realisierung von Bewässerungssystemen usw. Die Nachfrage nach Trinkwasserprojekten ist deutlich geringer, was zeigt, dass dieser Bereich vor allem als Staatsaufgabe angesehen wird.
Zwischen 2007 und 2011 leistete die DEZA einen finanziellen Beitrag an den Aufbau eines französischsprachigen Internetportals zum Thema Mikrofinanzwesen. Die 2005 aufgeschaltete Website ist zu einem wichtigen Instrument in diesem Bereich geworden. Mit ihrem spezifischen Engagement für Wasserprojekte seit 2012 hat die Unterstützung der DEZA im Mikrofinanzbereich eine neue Dimension bekommen.

Die DEZA unterstützt die Schulung, die Pamiga den Kreditberatern anbietet. Diese besuchen ein Modul zum Thema Finanzbildung und Überschuldungsrisiko. Während Pamiga ihnen Know-how im Finanzbereich bietet, unterstützt die DEZA die Dienstleister, die sich auf die Errichtung von Wasseranlagen spezialisiert haben. Auf diese Weise erhalten die Kunden auf verschiedenen Ebenen professionelle Informationen, die ihnen helfen, die vorteilhafteste und sicherste Lösung zu wählen, bevor sie Investitionen tätigen.