Die Organisation von Wissenschaft und Forschung in der Schweiz

Gemäss einer historisch gewachsenen Aufgabenteilung zwischen Privaten und öffentlicher Hand findet die Grundlagenforschung im Wesentlichen an den Universitäten und Eidgenössischen Technischen Hochschulen statt. Im Gegenzug ist die angewandte Forschung und Entwicklung und die Umsetzung in marktfähige Innovationen primär die Domäne der Privatwirtschaft und der Fachhochschulen.

Panoramablick in eine Halle des Paul Scherrer Instituts
Das Paul Scherrer Institut ist das grösste Forschungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz. © Paul Scherrer Institut

Die Schweiz ist im Forschungs- und Innovationsbereich sehr kompetitiv. Sie zählt aber auch zu den Ländern, die im Verhältnis zu ihrem Bruttoinlandprodukt am meisten für Forschung und Entwicklung (F&E) ausgeben. die sich auf 3.4 Prozent des BIP bzw. über 22 Milliarden Franken belaufen (2015). Die öffentliche Forschungsförderung setzt in erster Linie auf die Eigeninitiative der Forschenden, das Wettbewerbsprinzip und auf die internationale Zusammenarbeit.

Der Bund ist zuständig für die Finanzierung der Forschungs- und Innovationsförderung folgender Bereiche:

  • Die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne haben sich dank ihrer Leistungen in den Naturwissenschaften einen weltweiten Ruf erworben. Zum Bereich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen zählen auch vier Forschungsinstitutionen. Darunter das Paul Scherrer Institut, eine der führenden Forschungsanstalten Europas. Wissenschaftler aus aller Welt suchen das Institut auf, um Zugang zu Einrichtungen wie der «Swiss Light Source» und der «Spallation Neutron Source» zu erhalten.
  • Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert die Grundlagenforschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen, von Geschichte über Medizin bis zu den Ingenieurwissenschaften. Er unterstützt jährlich über 3’200 Projekte mit rund 14’800 beteiligten Forschenden.
  • Innosuisse – Die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung unterstützt die wissenschaftsbasierte Innovation im Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit von KMU und Start-ups in der Schweiz.
  • Der Bund finanziert auch den Verbund der Akademien der Schweiz sowie knapp 30 Forschungsstätten ausserhalb der Hochschulen.

Im Weiteren hat die internationale Forschungszusammenarbeit für die Schweiz einen sehr hohen Stellenwert. Einerseits beteiligt sich die Schweiz an zahlreichen internationalen Forschungsorganisationen und Forschungsprogrammen wie beispielsweise am CERN. Andererseits pflegt die Schweiz bilaterale Forschungszusammenarbeit mit ausgewählten Schwerpunktländern. In Sachen Bildung, Forschung und Innovation ist die offizielle Schweiz im Ausland mit Botschaftsrätinnen und -räten sowie mit den swissnex, ein Netzwerk diplomatischer Wissenschafts-Vertretungen präsent.

Die Bundesaufgaben werden im Wesentlichen durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI wahrgenommen. Ihm obliegt die Führung und Finanzierung der eidgenössischen technischen Hochschulen, die Reglementierung und Mitfinanzierung der Fachhochschulen und die Unterstützung der kantonalen Universitäten. Das SBFI entwickelt zudem internationale Forschungsstrategien.

Die Kantone ihrerseits engagieren sich für die Forschung in ihrer Funktion als Träger der Universitäten und Fachhochschulen. Sie erhalten vom Bund finanzielle Unterstützung.