Musik

Die Volksmusik ist vor allem in den ländlichen Regionen nach wie vor sehr weit verbreitet. Aber auch moderne Musikrichtungen geniessen einen bedeutenden Stellenwert in der Schweiz, was zum Beispiel am enormen Aufschwung der Festivals in den letzten Jahrzehnten ablesbar ist. Zwei von drei Einwohnern besuchen im Laufe des Jahres mindestens ein Konzert oder eine sonstige musikalische Darbietung, und einer von fünf Einwohnern spielt ein Musikinstrument.

Schwyzerörgeli, eine spezielle Handorgel
Ein Schwyzerörgeli, eine spezielle Handorgel. © Imagepoint.biz

Volksmusik

Die traditionelle Volksmusik hat ihren Ursprung im bäuerlichen Leben in den Berggebieten. Typische Instrumente der Schweizer Volksmusik sind das Alphorn, das Schwyzerörgeli, eine besondere Form des Akkordeons, oder das Hackbrett. Der Jodel ist eine Gesangsart, die früher dem Herbeirufen des Viehs und der Verständigung zwischen verschiedenen Alpen diente, und ist das Herzstück der traditionellen Volksmusik. Unzählige Ensembles, Blaskapellen, Chöre und Ländlerformationen pflegen nach wie vor die Volksmusik in allen Regionen der Schweiz und treten regelmässig an Volksfesten auf, wie etwa am eidgenössischen Volksmusikfest, das alle vier Jahre mit zehntausenden Teilnehmern stattfindet.

Klassische Musik und Oper

Unter den bekanntesten Komponisten und Dirigenten finden sich Namen wie Joachim Raff (1822–1882), Ernest Bloch (1880–1959), Ernest Ansermet (1883–1969), Othmar Schoeck (1886–1957) oder Arthur Honegger (1892–1955). Die bedeutendsten Orchester der Gegenwart sind das Orchestre de la Suisse romande in Genf und das Tonhalleorchester in Zürich. Viele Schweizer Städte verfügen über eigene Opernbühnen. Die Opernhäuser von Zürich und Genf geniessen einen Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus.

Die Paul Sacher Stiftung in Basel betreut zahlreiche Nachlässe von bedeutenden Komponisten und Interpreten und betreibt ein internationales Forschungszentrum für die Musik des 20. und 21. Jahrhundert. Im Rahmen von zwei namhaften Wettbewerben werden ausserdem Interpreten der klassischen Musik ausgezeichnet. Es sind dies der Concours de Genève und der Concours Géza Anda in Zürich.

Rock, Pop, Jazz, Electro, Hip-hop

Zahlreiche Schweizer Künstler sind auch international bekannt geworden und haben Schweizer Musikgeschichte geschrieben – Namen wie Mani Matter (1936–1972), dessen berndeutsche Lieder mehrere Generationen geprägt haben, oder das Zürcher Duo Yello an der Spitze der Electro-Szene in 1980er Jahren. Die Lausanner Gruppe Sens Unik hat sich als Pionier der frankophonen Hip-Hop-Bewegung einen Namen gemacht und der Basler George Gruntz (1932–2013) gilt als einer der wichtigsten Jazzmusiker der letzten Jahrzehnte.

Unter den derzeit aktiven Musikern und Gruppen mit beachtlichen Erfolgen im In- und Ausland sind Stephan Eicher, Gotthard, Krokus, Michael von der Heide, Andreas Vollenweider, DJ Bobo, DJ Antoine, Erik Truffaz, Stress, Heidi Happy, Sophie Hunger oder Bastian Baker zu nennen.

Jedes Jahr im März werden die jeweils erfolgreichsten Musiker mit den Swiss Music Awards ausgezeichnet.

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