Literatur

Die Schweiz verfügt über ein reiches literarisches Erbe in allen vier Landessprachen. Zu seinen bedeutendsten Vertretern gehören Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt und Jean-Jacques Rousseau.

Eine Frau liest ein Buch von Friedrich Dürrenmatt
© EDA, Präsenz Schweiz

In der Schweiz gibt es nicht eine, sondern vier literarische Traditionen, denn sie beheimatet Autoren der deutschen, der französischen, der italienischen und der räto-romanischen Sprache.

Die bekanntesten Autoren deutscher Sprache sind Max Frisch mit seinem «Homo Faber», und Friedrich Dürrenmatt mit seinem «Besuch der Alten Dame». Beiden gemeinsam ist die satirische Kritik an den Nachkriegsverhältnissen der helvetischen Welt. Ihre klassischen Vorgänger waren Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller im 19. Jahrhundert. Ihre Zeitgenossin Johanna Spyri ist die Verfasserin des berühmten Romans «Heidi».

Hermann Hesse, der Verfasser des philosophischen Romans «Siddhartha», machte sich Anfang des 20. Jahrhunderts einen Namen. Zu den zeitgenössischen Schweizer Autoren gehören Peter Bichsel, Martin Suter, Urs Widmer, Franz Hohler und zur jüngeren Generation Thomas Hürlimann, Melinda Nadj-Abondji, Peter Stamm und Lukas Bärfuss.

In französischer Sprache veröffentlichte der Schriftsteller und Philosoph der Aufklärung Jean-Jacques Rousseau im 18. Jahrhundert mehrere bedeutende Werke wie etwa «Julie oder die neue Heloise» und «Vom Gesellschaftsvertrag». Am Anfang des 19. Jahrhunderts erschienen Werke von Madame de Staël und Benjamin Constant, gefolgt von Blaise Cendrars in der Zwischenkriegszeit. In die gleiche Epoche fällt Charles Ferdinand Ramuz. Seine berühmtesten Werke sind «Das grosse Grauen in den Bergen» und «Derborence», eine Schilderung des rauen Lebens in der ländlichen Romandie. Das 20. Jahrhundert hat Romanautoren wie Jacques Chessex, Maurice Borgeaud, Maurice Chappaz, S. Corinna Bille und Alice Rivaz hervorgebracht. Unter den jungen Erfolgsautoren der Gegenwart ist Joël Dicker zu nennen.

Die Literatur der italienischen Schweiz ist geprägt von Schriftstellern wie Francesco Chiesa, Piero Bianconi, Ugo Canonica oder Giorgio Orelli. Die wichtigsten Autoren aus dem romanisch sprechenden Kanton Graubünden sind Selina Chönz, Cla Biert, Gion Deplazes, Clo Duri Bezzola und Liedermacher Linard Bardill.

Das Bundesamt für Kultur verleiht jährlich zwei Schweizer Grand Prix Literatur und fünf bis sieben Schweizer Literaturpreise. Die Solothurner Literaturtage dienen einmal jährlich im Juni als Forum für das Schweizer Literaturschaffen, während im Juli das Internationale Literaturfestival von Leukerbad Autoren aus der ganzen Welt präsentiert.

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