Kino

Das Schweizer Filmschaffen tut sich in erster Linie mit seinen Dokumentarfilmen hervor. Auch mehrere Spielfilme hatten in den vergangenen Jahren in der Schweiz grossen Erfolg. Zu nennen sind da etwa Heidi, Mein Name ist Eugen oder Sister .

Zwei junge Menschen stehen an einer Landstrasse
Spielfilm Sister (dt: Winterdieb) der Regisseurin Ursula Meier aus dem Jahr 2012. © EDA, Präsenz Schweiz

Das Typische am Schweizer Film ist seine starke Betonung des beschreibenden, oft kritischen Blicks auf das Leben in der Schweiz. Das Filmschaffen des 20. Jahrhunderts kann in vier grosse Epochen eingeteilt werden: Die Deutschschweizer Stummfilme (1915–1919), die welschen Stummfilme (1919–1924), die klassischen Filme in der Zwischen- und Nachkriegszeit (1930–1964) sowie die zeitgenössischen Filme (ab 1964).

In den 1960er Jahren entwickelte sich in der Schweiz gleichzeitig mit der Nouvelle vague in Frankreich eine Bewegung mit Namen «Neuer Schweizer Film». Sie brach mit der künstlerischen Tradition und etablierte eine neue, stärker an der Realität orientierte Ästhetik. An der Spitze dieser Bewegung standen die welschen Filmemacher Alain Tanner, Claude Goretta und Michel Soutter.

Mehrere Spielfilme fanden internationale Beachtung, etwa «Les petites fugues» von Yves Yersin (1979), «Die Schweizermacher» von Rolf Lyssy (1978) und «Höhenfeuer» von Fredi M. Murer (1985). Xavier Kollers Film «Reise der Hoffnung» wurde 1991 mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet.

Im Bereich Dokumentarfilme wurde War Photographer (2002) von Christian Frei für den Oscar nominiert, ferner erhielt Markus Imhoof mit More than Honey(2012) Auszeichungen in mehreren Ländern und wurde zum besten Schweizer Dokumentarfilm aller Zeiten erkoren.  Zu den Schweizer Erfolgsfilmen gehören ausserdem Grounding (2006) über die letzten Tage der Schweizer Luftverkehrsgesellschaft Swissair und Mein Name ist Eugen (2005) mit 500’000 Eintritten. Internationale Beachtung fand auch Jean-Stéphane Bron mit den Filmen Mais im Bundeshuus (2003) und L’Experience Blocher (2013), Ursula Meier mit den Filmen Home (2008) und Sister (2012) sowie einmal mehr Xavier Koller mit dem Film Die schwarzen Brüder (2013). Die Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers Heidi (2015) von Alain Gsponer entwickelt sich zum national und international erfolgreichsten Spielfilm. 

Der Schweizer Film wird finanziell unterstützt von der öffentlichen Hand (zur Hauptsache Bund und Kantone), von der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG-SSR, von Stiftungen, Firmen und Privatpersonen. Die Organisation Swiss Films ist mit der Förderung des Schweizer Films und dessen internationalem Verleih beauftragt. Seit 1998 wird vom Bund jährlich der Schweizer Filmpreis verliehen. In der Schweiz gibt es mehrere Filmfestivals: das internationale Filmfestival von Locarno, das Dokumentarfilm-Festival Visions du Réel in Nyon, die Solothurner Filmtage, in Neuenburg das Festival des phantastischen Films und seit 2005 das Zurich Film Festival.