Schweizer Staatsbürger werden

Wer im Ausland als Kind eines schweizerischen Elternteils geboren wird und noch eine andere Staatsangehörigkeit besitzt, muss bis zur Vollendung des 25. Altersjahr (Bürgerrechtsgesetz gültig ab 1.1.2018) einer schweizerischen Behörde im Ausland oder Inland gemeldet worden sein.

Nach Ablauf dieser Frist kann bei den zuständigen Behörden unter bestimmten Voraussetzungen eine Wiedereinbürgerung beantragt werden.

Für eine Wiedereinbürgerung muss eine enge Beziehung mit der Schweiz belegt werden.

Kann ich meine schweizerische Staatsangehörigkeit meinen Kindern weitergeben?

Kinder mit einem schweizerischen Elternteil sind automatisch Schweizer, sofern die Eltern verheiratet sind. Sie sind ausserdem automatisch Schweizer, wenn die Mutter Schweizerin ist. Ein minderjähriges Kind mit einem Schweizer Vater, dessen Eltern aber nicht verheiratet sind, wird automatisch Schweizer, wenn es der Vater vor der Volljährigkeit anerkennt.

Vor dem 22. Geburtstag kann ein Kind, von mindestens einem eingebürgerten schweizerischen Elternteil ein Einbürgerungsgesuch stellen. Es ist notwendig, eine enge Beziehung zur Schweiz zu belegen sowie mindestens fünf Jahre in der Schweiz gelebt zu haben.
Nach dem 22. Geburtstag wird ein allfälliges Einbürgerungsgesuch genau gleich behandelt wie von allen anderen gesuchstellenden Ausländerinnen oder Ausländern.

Wann kann ich die Schweizer Staatsangehörigkeit beantragen?

Wer seit zwölf Jahren in der Schweiz wohnhaft ist – die zwischen dem vollendeten 10. und 20. Lebensjahr verbrachten Jahre in der Schweiz zählen doppelt – kann ein Einbürgerungsgesuch stellen.

Ausländische Ehepartner können eine Gesuch für die erleichterte Einbürgerung stellen, sofern sie in einer stabilen Ehe, die mindestens drei Jahre dauert, leben und insgesamt mindestens fünf Jahre in der Schweiz wohnen. Die letzten zwölf Monate vor Gesuchstellung müssen am Stück in der Schweiz verbrachten worden sein. Wie alle Gesuchsteller müssen auch ausländische Ehepartner belegen, dass sie gut in der Schweiz integriert sind.

Das Initialgesuch wird vom Staatssekretariat für Migration geprüft. Wohnkanton und Wohngemeinde haben aber ihre eigenen Anforderungen. Die zu bezahlenden Gebühren unterscheiden sich von Wohnort zu Wohnort.

Die endgültige Entscheidung trifft die Wohngemeinde. In einigen Gemeinden entscheidet eine entsprechende Kommission, in anderen eine Abstimmung bei den Einwohnern der Gemeinde.

Wie wird das Schweizer Bürgerrecht erworben?

Neben der Einbürgerung und der Adoption (nur bei unmündigen Personen) kennt die Schweiz den Erwerb des Schweizer Bürgerrechts durch Abstammung. Den Erwerb der Nationalität durch die väterliche oder mütterliche Abstammung nennt sich «ius sanguinis». Neben der Schweiz wenden auch Deutschland und Österreich bspw. dieses Recht an. In den USA, Kanada oder etwa in Australien geht der Erwerb der Staatsangehörigkeit auf das «ius soli», auf die Geburt im entsprechenden Land, zurück.